Stellungnahme zu dem Problem

  • Hans-Theodor Schubert
Part of the Bank- und finanzwirtschaftliche Abhandlungen book series (BFA, volume 14)

Zusammenfassung

1. An erster Stelle ist hier die Frage zu behandeln, ob die Voraussetzung zutrifft, von der die Forderung auf Aufhebung des Bankgeheimnisses im Steuerrecht ausgeht, nämlich ob das Bankgeheimnis etwas mit der Steuermoral zu tun hat, was von den Wirtschaftskreisen in ihren obengenannten letzten Äußerungen abgestritten worden ist. Dieser Zusammenhang besteht aber tatsächlich und läßt sich nicht mit dem Hinweis wegleugnen, daß auch redliche Steuerzahler ihre privaten Verhältnisse ungerne offenlegen (wozu sie der Steuerbehörde gegenüber auch ohne Aufhebung des Bankgeheimnisses selbst verpflichtet sind). Denn das Bestehen des Bankgeheimnisses gewährt unbestreitbar allen den Bankkunden einen sicheren Schutz vor Nachforschungen der Steuerbehörde, die zwecks Steuerhinterziehungen ihr bei der Bank ruhendes Vermögen oder über das Bankkonto laufende Einkommen verheimlicht wissen wollen. Daß sich in der Vorkriegszeit viele unredliche Steuerzahler diesen Schutz zunutze machten, darf als unbestritten gelten, und es liegt nahe, daß ein solches Verhalten weitere bisher redliche Steuerzahler in ihrer Moral ungünstig beeinflussen muß, und zwar auch Nichtbankkunden, die sich auf Grund dieser Verhältnisse ungerecht behandelt fühlen.

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© Verlag von Julius Springer 1929

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  • Hans-Theodor Schubert

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