Zusammenfassung

Wie in den vorstehenden Ausführungen dargelegt wurde, kennt der Konstrukteur die Eigenschaften seines Baustahls zumeist nur in dem Zustande, wie ihm das Material vom Hüttenwerk oder Händler angeliefert wird, die ihm in der Regel zugleich auch sog. Werksatteste vorlegen. Gewöhnlich nimmt aber der Konstrukteur noch Festigkeitsuntersuchungen an dem Material vor, wenn ihm die Eigenschaften nicht schon im Werksattest genannt worden sind. Er kann hierbei stillschweigend voraussetzen, daß das Material das Stahlwerk nur in ausgeglühtem Zustande verlassen hat. Denn wie in den vorigen Abschnitten eingehend besprochen wurde, können die Konstruktionsstähle nur dann für eine Berechnung verwendbare Festigkeitswerte besitzen, wenn sie ausgeglüht worden sind. Nun ist aber bekannt, daß man einem Stahl durch besondere Verfahren der Wärmebehandlung Eigenschaften erteilen kann, deren Kenntnis für den Konstrukteur insofern außerordentlich nützlich ist, als er mit ihrer Hilfe auch seinem Bauwerk gewisse höhere Werte zumessen kann. Gehärtete Stähle können zwar für bestimmte Konstruktionszwecke in Betracht kommen, da sie eine sehr hohe Bruchfestigkeit besitzen, aber die wertvollste Eigenschaft eines Konstruktionsstahls, die Zähigkeit, ist durch die Härtung verloren gegangen.

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References

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • Rudolf Schäfer

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