Individualistische und organische Gliederung des Marktes

  • Ernst Rothschild

Zusammenfassung

Die immer rascher gesteigerte Vervollkommnung der Verkehrs- und Warenaustauschmöglichkeiten, in enger Verbindung mit der verfeinerten Markttechnik (insb. der Geld- und Kreditfunktionen) ergaben eine so tiefgreifende Veränderung in der Maschinerie der Marktwirtschaft, daß sich die Wirtschaftsgeschichte genötigt sah, diese Epoche als die „kapitalistische“ von den früheren abzuscheiden. Der Sozialismus hatte im Gegensatz zur Naturlehre der liberalistischen Nationalökonomie die historische Bedingtheit des wirtschaftlichen Funktionsverlaufes zuerst in den Vordergrund der Betrachtung gerückt. Der Ausdruck „Kapitalismus“ lenkt den Blick — ganz im Sinne der kommunistischen Sozialtheorie — auf die,,Kapitalmacht“, die individualistische Herrschgewalt in der Produktionssphäre. In der Tat ein ins Auge fallendes äußeres Merkmal der gedachten Epoche; aber eben wohl nur ein äußeres Merkmal. Für die Wesenserfassung der Epoche ist die Bezeichnung „Kapitalismus“ nicht voraussetzungslos genug und deshalb notwendig irreführend. Eine andere Etikette für diese Wirtschaftsepoche, die nicht den gleichen Fehler der Unterstellung eines scheinbar schon feststehenden Hauptmerkmals mit der genannten teilt, kennen wir nicht. Es scheint daher angebracht, statt des Versuchs einer Wesensbezeichnung sich vorläufig mit einer Bezeichnung zu begnügen, die sich auf die gegebenen Indices der gedachten Erscheinung beschränkt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1912

Authors and Affiliations

  • Ernst Rothschild

There are no affiliations available

Personalised recommendations