Zusammenfassung

Der Vestibularapparat, d. h. also Utriculus, Sacculus und die drei Bogengänge, reagiert, wie lange bekannt, auf thermische Reize. Es kommt zu einem sog. kalorischen Nystagmus (Bárány). Eine Spülung des äußeren Gehörkanals (die sog. Kalorisierung) ist nur dann wirksam, wenn das dabei verwendete Wasser eine höhere oder tiefere Temperatur als der Körper selbst hat. Je größer die Temperaturdifferenz, um so wirksamer ist die Kalorisierung. Bei intaktem Vestibularapparat ist die reflektorisch auftretende Augenbewegung wohl stets auslösbar. Die Beobachtung von Bartels, in der eine Kalorisierung mit kaltem Wasser von 11 ° C unwirksam war, d. h. keine Augenbewegung bewirkte, ist vereinzelt. Zu bemerken ist, daß eine Verlegung des Trommelfells durch irgend welches Material (Cerumen, Cholesteatome) den Effekt der Kalorisierung verhindern kann. Nach Bárány soll auch ein stark entzündetes Trommelfell diese Wirkung haben. Die Technik der Kalorisierung ist im wesentlichen diejenige einer etwas prolongierten Spülung des äußeren Gehörkanals. Man kann die Kalorisierung mit einem großen Politzerballon vornehmen, wie das Bárány zuerst getan hat. Ebenso empfiehlt sich die Anwendung eines Irrigators.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer, Berlin 1911

Authors and Affiliations

  • M. Rosenfeld
    • 1
  1. 1.Straßburg i. E.France

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