Das Viskoseverfahren

  • Franz Reinthaler

Zusammenfassung

Gegenwärtig wird im größten Maßstab Viskoseseide hergestellt. Sie besteht ebenfalls aus Zellulose und zwar wird diese in Form der sogenannten Viskose1) versponnen. Diese wurde zuerst (1891) von den englischen Forschern Cross, Bevan und Beadle durch Einwirkenlassen von Natronlauge und Schwefelkohlenstoff auf Zellulose in Form einer orangegelben, zähflüssigen (viskosen) Masse erhalten. Der Schwefelkohlenstoff (CS2) ist eine aus Schwefel und Kohlenstoff bestehende chemische Verbindung, die durch direkte Vereinigung der beiden Elemente bei genügend hoher Temperatur erhalten wird. Er bildet eine farblose, stark lichtbrechende Flüssigkeit von eigenartigem Geruch, die schwerer als Wasser ist (D204 = 1 · 2633) und sich mit diesem nicht mischt. Der Schwefelkohlenstoff siedet schon bei 46,5°, seine Dämpfe sind giftig und mit Luft gemischt, außerordentlich explosiv. Im chemischen Sinn ist die Viskose eine Lösung des Natriumsalzes des Zelluloseesters der Dithiokarbonsäure in Wasser bzw. verdünnter Natronlauge. Dieser Ester wird aber häufiger als Zellulosexanthogensäure bezeichnet, die Viskose selbst ist dann eine wässerige Lösung von zellulosexanthogensaurem Natrium. Für Leser mit einigen chemischen Kenntnissen sei auch die Formel hier kurz entwickelt.

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© Julius Springer in Berlin 1926

Authors and Affiliations

  • Franz Reinthaler
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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