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Zusammenfassung

Die erste von Chardonnet 1890 bei Besançon errichtete Kunstseidenfabrik konnte erst nach 8 Jahren, nachdem das Herstellungsverfahren bedeutend verbessert worden war, eine Dividende (6, 25 %) erzielen, die im Jahre 1904 die gewaltige Höhe von 150 % erreichte, 1905 60 %, 1906 und 1907 noch 30 % betrug, um schon im Jahre 1908 auf Null zu sinken. Auf ähnlicher, zunächst auf- und dann absteigender Linie bewegten sich die Erträgnisse der andern Nitroseidenfabriken, die daher zum großen Teil entweder den Betrieb eingestellt haben (wie Jülich und Plauen in Deutschland) oder zum Viskoseverfahren übergegangen sind (alle französischen Fabriken, Frankfurt a. M.). Nur ganz große Fabriken, wie Tubize und Obourg in Belgien, die billigen Spiritus zur Verfügung haben und sich den Äther selbst herstellen, arbeiten noch mit gutem Gewinn. Daß übrigens die schon oft totgesagte Nitroseidenfabrikation ein recht zähes Leben hat, ergibt sich aus verschiedenen in der Nachkriegszeit erfolgten Neugründungen (Tubize Artificial Silk Comp. of America in Hopewell mit einer Tageserzeugung von 10000 Pfund, die von dem greisen Chardonnet gebaute Fabrik in Rennes). Natürlich muß hier die Wiedergewinnung der Lösungsmittel eine fast vollkommene sein, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. Wegen der besonderen Art ihres Glanzes und ihrer großen Deckkraft wird die Chardonnetseide besonders in der Krawattenstoffweberei bevorzugt und erzielt infolgedessen höhere Preise.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1926

Authors and Affiliations

  • Franz Reinthaler
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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