Zusammenfassung

Dem Fortschritt in der Medizin standen von jeher zwei Wege offen: Die von klinischer Erfahrung getragene geniale Idee großer Denker war der eine; der andere die Anwendung neuer Errungenschaften der Naturwissenschaft, insbesondere der Physik und Chemie. Dieser letztere Weg ist weitaus am meisten betreten worden seit den grundlegenden Entdeckungen des 18. und namentlich des 19. Jahrhunderts. Zahlreich sind die Beispiele, daß Entdeckungen physikalischer und chemischer Natur befruchtend auf die Medizin gewirkt und zur Ausarbeitung neuer Methoden der Therapie und Diagnostik geführt haben. War erst eine neue brauchbare Methode oder ein neues Instrument da, so ließen die damit erzielten, oft überraschenden Fortschritte in der Erkennung und Behandlung der Krankheiten nicht lange auf sich warten. Man erinnere sich an die enorme Bedeutung, die das Mikroskop für die Medizin gewonnen hat. Helmholtz’ geniale Erfindung des Augenspiegels, die er selbst übrigens nicht besonders hoch bewertete, hat den Grundstein der gesamten modernen Augenheilkunde gelegt. Ähnlich war es mit dem Kehllcopfspiegel. Freilich führten neue Erkenntnisse jedesmal auch zu neuen Fragestellungen, die ihrerseits eine weitere Vervollkommnung der Methodik gebieterisch forderten und so den Weg zu weiterem Fortschreiten wiesen.

Copyright information

© J. F. Bergmann in München 1927

Authors and Affiliations

  • Felix Peltason
    • 1
  1. 1.Röntgeninstitut der Allg. Ortskrankenkasse in DarmstadtRöntgenabteilung der Med. Universitäts-Poliklinik in WürzburgDeutschland

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