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Zusammenfassung

Die Verkohlung des Holzes zur Gewinnung von Holzkohle ist ein in den frü hesten Zeiten der Menschheit ausgeü btes Verfahren, es geht soweit zurück wie die Anfä nge der Metallgewinnung. Die Verkohlung geschah zunächst in einfachen Gruben, aus denen sich später der wesentlich vollkommenere Meiler entwickelte, die „Kohlerei“ wurde ein Gewerbe. Auch Destillationsprodukte der Holzverkohlung sind frühzeitig bekannt gewesen; die Ägypter benutzten bereits Holzteer und Holzessig zum Einbalsamieren, die Römer Holzteer zum Kalfatern der Schiffe. Bis zum Jahre 1800 diente die Holzverkohlung nur zur Gewinnung von Holzkohle, welche namentlich för die Reduktion der Metalle, besonders des Eisens, bis dahin fast allein in Frage kam, höchstens gewann man noch etwas Teeröl und Kienöl. Um jene Zeit fanden mehrere größere Versuche statt, das Destillationsgas des Holzes für Leuchtzwecke zu benutzen (Lampadius), das Holzgas konnte aber gegen das fast gleichzeitig eingeführte Steinkohlenleuchtgas nicht aufkommen. Auch die anderen Destillationsprodukte der Steinkohle, Koks und Teer, zeigten sich den entsprechenden Produkten der Holzdestillation überlegen, dafür sicherten der Holzverkohlung aber die flüchtigen Destillationsprodukte: Essigsäure, Holzgeist (Methylalkohol) und Aceton ihre weitere Entwicklung. Diese Erzeugnisse sind für die Teerfarbenindustrie, für Celluloid, rauchschwache Pulver usw. unentbehrlich geworden. In dem Maße, wie die flüchtigen Destillationsprodukte in den Vordergrund traten, mußte man vom Meiler zum Ofen übergehen. Reichenbach führte 1819 Metallretorten für die Verkohlung ein, die später in verschiedener Weise verbessert wurden. Auch gemauerte Öfen, Meileröfen, sind in Anwendung gekommen. Wahrend stehende und liegende Retorten bis 50 m3 fassen, gehen die Meileröfen bis zu Fassungen von 400 m3. Alle diese Öfen arbeiten mit Unter-brechungen. Später ist auch kontinuierlicher Betrieb in Aufnahme gekommen durch Verwendung der sog. Großraumretortenöfen oder Wagenöfen, bei denen holzbeladene Wagen in eine lange liegende Retorte eingefahren und nach 24stündiger Verkohlung in eine ähnliche Kuhlkammer gezogen werden. Sie leisten bis 50 rm in 24 h.

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Neuere Literatur

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1939

Authors and Affiliations

  • Bernhard Neumann
    • 1
  1. 1.Technischen Hochschule BreslauDeutschland

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