Lohntarifverträge im Schiffbau

  • Franz Hochstetter

Zusammenfassung

Die Wogen der sozialen Bewegung schlagen heftig auch an die Grundfesten unserer Schiffbauindustrie. Erst die jüngsten Streikunruhen auf dem Vulkan haben wieder den Ernst der Lage dargetan. Arbeitnehmer und Arbeitgeber stehen sich in einer Erbitterung gegenüber, die fast an die Klassenkämpfe im alten Rom oder an die Zunftrevolutionen der mittelalterlichen Städte erinnert. Welche Opfer an Geld und Gut der moderne soziale Krieg unter Umständen erfordert, davon sei hier nur ein flüchtiges Beispiel erwähnt: Der letzte große Bergarbeiterstreik im Ruhrbezirk hatte einen Förderausfall von nahezu 5 Mill. To. zur Folge, was für die Zechen einen Verlust von 70 Mill. M., für die Arbeiter einen Lohnausfall von 19 Mill. M. bedeutete! Allein die Rheinschiffahrt büßte 600 000 M. ein, der preußische Eisenbahnfiskus durch Frachtausfälle sogar täglich 45 000 M.! Hierzu treten noch die indirekten Schädigungen durch Minderung der Konsumkraft und der Steuerfähigkeit der vom Streik Betroffenen. Kurzum, insgesamt soll der Streik 150 Mill. M. gekostet haben! Den Vorteil hatten die ausländischen Gruben. Es ist nicht schwer, für einen Werftarbeiterstreik sich die entsprechenden Verlustzahlen auszudenken.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1909

Authors and Affiliations

  • Franz Hochstetter
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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