Zusammenfassung

In ganz ähnlicher Weise wie bei dem gehäuften Auftreten der Genickstarre in Oberschlesien (1905/6) und im Ruhrkohlengebiete (1906/7) zeigte sich auch in dem Gebiete der gemeinsamen Typhusbekämpfung im Südwesten des Reichs, daß der Hauptsitz der Seuche die großen Industriezentren sind, von denen aus der Ansteckungsstoff infolge des Zu- und Abganges der Arbeiterbevölkerung in die nähere und weitere Umgebung verschleppt wird. Es geht dies aus der Kartenskizze auf Seite 430 hervor, in welcher unter der Kreis- (bzw. Bezirksamts-) Bezeichnung links die absoluten Zahlen der in den Jahren 1904, 1905, 1906 vorgekommenen Typhuserkrankungen und rechts die Anzahl der Typhusfälle, auf je 10000 Einwohner auf das Jahr berechnet, eingetragen sind. Die vier Industriekreise Saarbrücken, Saarlouis, Ottweiler, Diedenhofen West und die beiden bayerischen Bezirksämter St. Ingbert und Homburg weisen nicht nur absolut eine außerordentlich hohe Typhusfrequenz auf, sondern stehen auch mit ihren Verhältnisziffern weit über dem Durchschnitte. Ferner zeigen recht hohe Zahlen die Kreise Forbach und Saargemünd, die ihr starkes Befallensein fast lediglich ebenfalls ihren Industriebezirken verdanken1). Auch der preußische Kreis St. Wendel und das bayerische Bezirksamt Kusel sind mit hohen Zahlen beteiligt, obgleich große Industriebetriebe hier nicht vorhanden sind. Jedoch ist hier ein großer Teil der in den Bergwerken und Hütten des Saarreviers beschäftigten Arbeiter ansässig, die allwöchentlich in ihre Familien heimkehren und so zur Verschleppung des Krankheitsstoffs in diese Kreise beitragen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1912

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  • P. Neumann

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