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Syndrome der Reflexstörungen

  • M. Kroll

Zusammenfassung

Wie in der Physiologie, so hat auch in der Klinik der Reflexbegriff eine gewisse Evolution durchgemacht. Es kann heutzutage nicht mehr von Reflexen als von absolut stereotypen Antworten auf Reiz gesprochen werden, die ausschließlich und eindeutig durch den anatomischen Reflexbogen determiniert sind. Bleibt der anatomische Reflexbogen auch unverändert, so können doch die Reflexe erhebliche Veränderungen erfahren, und sogar in entgegengesetztem pinne. Diese biologisch ganz selbstverständliche Tatsache — ist ja die Reflexbewegung Reaktion des Organismus auf die mannigfaltigsten oft entgegengesetzten Reize der Umwelt unter den mannigfaltigsten Situationen des Lebewesens — hat erst in neuester Zeit hauptsächlich dank Untersuchungen von Sherrington,Magnus,Pawlow u. a. auch in der Klinik Würdigung und praktische Anwendungsmöglichkeiten gefunden. Wenn wir durch Schlag auf die Patellarsehne einen Kniereflex hervorrufen, so ist der letztere allerdings an den anatomischen Reflexbogen gebunden und durch denselben determiniert. Jedoch können die verschiedenen Veränderungen, die im Organismus selbst oder in der Umwelt vorgehen, zu Veränderungen auch des Kniesehnenreflexes führen, ohne daß der Reflexbogen desselben sich irgendwie verändert. Wir können darüber hinaus sagen, daß prinzipiell jede Veränderung in einem Teil des Organismus oder in der ihn umgebenden Umwelt Umschaltungen, Umstimmungen in dem gesamten Organismus hervorruft, die unter gewissen Umständen auch durch die klinische, künstlich isoliriende Untersuchung eines Reflexes aufgedeckt werden können.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1929

Authors and Affiliations

  • M. Kroll
    • 1
  1. 1.Weissrussischen Staatsuniversität MinskMinskWeißrussland

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