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Die Wundbehandlung

  • O. Kleinschmidt

Zusammenfassung

Jede Gelegenheitswunde hat als infiziert zu gelten. In der Behandlung solcher Wunden ist seit den grundlegenden Untersuchungen Friedrichs prinzipielle Änderung insofern eingetreten, als die sog. physikalische Wundbehandlung in den Vordergrund getreten ist. Friedrichs Grundsätze bezwecken in erster Linie die Verhütung des Ausbruchs einer Infektion und zweitens die Bekämpfung der eingetretenen Infektion. Zu diesen Grundsätzen der rein physikalischen Wundbehandlung ist, angeregt durch die Untersuchungen Brunners, v. Gonzenbachs u. a., in neuerer Zeit auch die chemische Antisepsis, von der Friedrich nicht viel hielt, getreten. Die physikalische Wundbehandlung besteht in der Wundrandexcision, d. h., es werden die Wundränder, nicht nur die seitlichen, sondern auch die tiefer gelegenen auf einige Millimeter mit dem Messer entfernt. Damit werden die mehr oder weniger geschädigten, einen guten Nährboden für eingedrungene Keime bietenden Gewebsteile, die sowieso größtenteils der Nekrose verfallen, mit der Mehrzahl der Keime beseitigt. Es kann daher bei kleineren, nicht durch groben Schmutz verunreinigten Wunden sogar ein teilweiser Wund-verschluß durch Situationsnähte angeschlossen werden, was zur rascheren Heilung wesentlich beiträgt. Leider hat diese physikalische Wundbehandlung, die nach Schönbauer auch in Form einer Wundrandglättung ausgeführt werden kann, in vielen Fällen enge Grenzen. Bei allen tiefgehenden Wunden, bei Freilegung von tiefer gelegenen Geweben, die eine Excision nicht vertragen, kann die Wundrandexcision oft nur unvollkommen ausgeführt werden. In solchen Fällen muß als oberstes Gesetz gelten, die Wundrandexcision soweit wie möglich durchzuführen, alle tiefgelegenen Wundtaschen und Gänge freizulegen und gröberen Schmutz mechanisch zu entfernen.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1927

Authors and Affiliations

  • O. Kleinschmidt
    • 1
  1. 1.Chirurgischen AbteilungStädtischen KrankenhausesWiesbadenDeutschland

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