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Die Operationen an den Gelenken

  • O. Kleinschmidt

Zusammenfassung

Die Punktion der Gelenke kommt in Frage für diagnostische und therapeutische Zwecke. Bei Gelenkergüssen soll die Natur derselben durch die Punktion festgestellt werden. Wir unterscheiden seröse, serofibrinöse, eitrige und blutige Gelenkergüsse. Der Punktion eines Gelenkergusses hat eine mikroskopische und evtl. auch bakteriologische Untersuchung zu folgen. Der Nachweis von spezifischen Keimen gelingt bei gonorrhoischen und tuberkulösen Gelenkerkrankungen selten. Besteht der Verdacht einer syphilitischen Erkrankung des Gelenkes oder fehlt jeder Anhaltspunkt für die Natur eines serösen Ergusses, so muß die Wassermannsche Reaktion mit dem Gelenkpunktat angestellt werden, die oft auch dann ein positives Resultat ergibt, wenn der Blut-Wassermann negativ war. Zu diagnostischen Zwecken wird außerdem punktiert, um durch die Punktionsnadel den Kapselraum mit Luft zu füllen und sich dann mit Hilfe des Röntgenbildes über Ausdehnung bzw. Einschränkung des Gelenkhohlraumes, Adhäsionen, Zusammenhang mit Schleimbeuteln einen Überblick zu verschaffen. Die Punktion eines traumatischen Blutergusses gehört schon zu den therapeutischen Eingriffen. Wir führen sie erst aus, wenn die spontane Resorption auf sich warten läßt, um die Kapsel und Bänder vor einer Überdehmmg zu schützen. Durch die Punktion wird meist die Resorption wesentlich beschleunigt. Wir warten 8 Tage, um nicht einen neuen Bluterguß hervorzurufen. Andere therapeutische Maßnahmen, die sich an die Gelenkpunktion anschließen, sind die Füllung bzw. Durchspülung der Gelenke mit antiseptischen Flüssigkeiten bei der Gelenkinfektion (Jodtinktur Hildebrand, Dreyer, Formolglycerin Murphy, Aqua carbolisata 0, 5–1% und Phenolcampher Payr). Die antiseptische Füllung und Spülung (s. Behandlung der Gelenkeiterung) kommt nur zur Behandlung des Gelenkempyems in Frage. In neuester Zeit sind therapeutische Injektionen von Payr zur Behandlung der Arthritis deformans empfohlen worden (Novocain und Phenolcampher s. Arthritis deformans). Die Punktion und NovocainfüUung der Gelenke hat Payr des weiteren vor der Reposition schwer reponibler Luxationen zur Beseitigung der Schmerzen und Ausdehnung des Kapselschlauches empfohlen.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1927

Authors and Affiliations

  • O. Kleinschmidt
    • 1
  1. 1.Chirurgischen AbteilungStädtischen KrankenhausesWiesbadenDeutschland

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