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Die Transplantation

  • O. Kleinschmidt

Zusammenfassung

Unter Transplantation versteht man die Überpflanzung eines vollständig aus seiner Umgebung gelösten Gewebsstückes oder Organs. Man unterscheidet demnach Gewebs- und Organtransplantation. Die letztere ist bisher nur experimentell geprüft, hat sich aber in der Praxis nicht durchführen lassen. Sie gelingt nur durch Vermittlung der Gefäßnaht. Die Gewebstransplantation hat dagegen große praktische Bedeutung erlangt, doch verhalten sich die Gewebe in bezug auf ihre Überpflanzungsfähigkeit außerordentlich verschieden. Man kann wohl ganz allgemein sagen, daß die einfachen Gewebsarten sich eher mit Erfolg transplantieren lassen als hochentwickelte und hinzufügen: je dünner die Gewebsschicht ist, desto eher findet sie Anschluß an den neuen Mutterboden. Der Zweck der Transplantation ist erstens die Ausfüllung eines Defektes, unter Umständen unter Übernahme einer Funktion (Stützfunktion bei Knochengewebe, Übertragung von Bewegung bei Sehnentransplantation). Zweitens kann eine Transplantation ausgeführt werden zur Wiederherstellung des Ausfalls gewisser Gewebsarten, z.B. Schilddrüsentransplantation bei Myxödem, Epithelkörperchentransplantation bei Tetanie. Von allen Gewebsarten läßt sich am erfolgreichsten die Epidermis und Haut, das Sehnen- und Fasciengewebe und schließlich das subcutane Fettgewebe überpflanzen. Diese Gewebe bleiben, wenn sie vom selben Körper stammen, größtenteils am Leben und werden ein „funktionierender Bestandteil“ des Organismus (Marchand), d. h. „dadurch, daß die zelleigenen Elemente, soweit sie die Ablösung von ihrem Mutterboden überstanden haben, ohne zugrunde zu gehen, sich vermehren und neue Elemente liefern, die mit den gleichartigen der Umgebung in organische Verbindung treten“ (Marchand).

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1927

Authors and Affiliations

  • O. Kleinschmidt
    • 1
  1. 1.Chirurgischen AbteilungStädtischen KrankenhausesWiesbadenDeutschland

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