Verhalten des sauren Bodens gegen Säuren und Basen, sein Neutralisations- oder Pufferungsvermögen

  • H. Kappen

Zusammenfassung

Bringt man einen karbonatfreien Boden, der noch nicht der Entbasung verfallen ist, mit einer Säure zusammen, so wird je nach der Konzentration der Säure ein mehr oder weniger großer Teil davon durch Neutralsalzbildung zum Verschwinden gebracht. Diese Neutralisation der Säure wird in der Hauptsache durch die in den zeolithischen Silikaten und in den Humaten enthaltenen Basen, wie Kalk, Magnesia, Natron und Kali, bewirkt, denn nur diese können ja zur Bildung von Neutralsalzen Veranlassung geben. Wird nicht die ganze dem Boden zugefügte Säure in solche Neutralsalze übergeführt, so bleibt sie nach der Einwirkung auf den Boden aber doch nicht in unveränderter freier Form zurück, sondern, da Tonerde und Eisenoxyd in großen Mengen im Boden enthalten sind und sie sich hiermit umsetzen kann, in der Form von Aluminium- und von Eisensalzen. Diese Salze sind, wie oben auseinandergesetzt ist, in wässeriger Lösung hydrolytisch aufgespalten, und sie lassen sich infolgedessen geradeso mit Lauge titrieren, als ob freie ungebundene Säure zugegen wäre. Filtriert man also die Säurelösung nach der Einwirkung auf den Boden ab, so kann man durch Titration der Lösung mit Lauge unter Benutzung von Phenolphthalein als Indikator den als Aluminium- und als Eisensalz vorhandenen Säurerest zurücktitrieren und erfährt diejenige Menge der Säure, die durch echte Neutralsalzbildung mit den obengenannten Basen der zeolithischen Silikate und der Humate verschwunden ist.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Kappen, H. u. W. Bexcedex: Z. Pflanzenernährg, Düngg u. Bodenkde A 7, 311Google Scholar
  2. 1.
    Nath Puri, A.: J. agricult. Sci. 15, 334 (1925)CrossRefGoogle Scholar
  3. Nath Puri, A.: nach Ref. in Z. Pflanzenernährg, Düngg u. Bodenkde A 10, 255.Google Scholar
  4. 1.
    Ramann, E.: Z. Pflanzenernährg u. Düngg A 3, 257.Google Scholar
  5. 2.
    Bradfield, R.: J. amer. chem. Soc. 45, 2669.Google Scholar
  6. 3.
    Wiegner, G., u. H. Jenny: Kolloidchem. Beih. 23, 428.Google Scholar
  7. 1.
    Mayer, A.: Landw. Versuchsstat. 26, 97.Google Scholar
  8. 1.
    Arrhenius, O.: J. amer. chem. Soc. 44, 521.Google Scholar
  9. 1.
    Odén, Sven: Verh. 2. Komm. internat. bodenkundl. Ges. Groningen B 1927, 17.Google Scholar
  10. 1.
    Arrhenius, O.: Kalkfrage und Bodenreaktion. Leipzig 1926.Google Scholar
  11. 1.
    Kappen, H.: Z. Pflanzenernährg, Düngg u. Bodenkde A 8, 277.Google Scholar
  12. 1.
    Brenner, W.: Verb. 2. Komm. internat. bodenkundl. Ges. Groningen A 1926, 48.Google Scholar
  13. 1.
    Jensen, S. T.: Internat. Mitt. Bodenkde 14, 112 (1924).Google Scholar
  14. 1.
    Gaarder, T., u. O. Hagem: Bergens Mus. Aarbok 1920, Nr 6.Google Scholar
  15. 2.
    Behrens, W. U.: Fortschr. Landw. 3, 299.Google Scholar
  16. 3.
    Maiwald, K.: Kolloidchem. Beih. 27, 251.Google Scholar
  17. 4.
    Kappen, H.: Z. Pflanzenernährg, Düngg u. Bodenkde A 8, 277.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1929

Authors and Affiliations

  • H. Kappen
    • 1
  1. 1.Landwirtschaftlichen Hochschule Bonn-PoppelsdorfBonn-PoppelsdorfDeutschland

Personalised recommendations