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Nieren und Allergie

  • Hugo Kämmerer

Zusammenfassung

Es ist fast selbstverständlich, daß beim ausgeprägten experimentellen anaphylaktischen Shock die Niere wird nicht unbeteiligt bleiben können. Schon allein die Wirkungen auf das Capillarendothel, die Lähmung der peripheren Vasomotorenapparate, die Autointoxikation der Leber, die vermehrte Stick-stoffausschwemmung und so manche andere Folgeerscheinung des Shocks muß irgendwie auf die Nieren schädigend einwirken. Umgekehrt wurde man schon seit langem auf Ähnlichkeiten des urämischen Vergiftungszustandes mit dem anaphylaktischen aufmerksam. So wies H. Pfeiffer auf Analogien zwischen der Urämie und dem anaphylaktischen Shock in seiner protrahierten Form hin. Nach seiner Ansicht ist das Anaphylatoxin (über die Berechtigung dieses Begriffes vgl. S. 18) identisch mit dem giftigen Bestandteil des normalen Harns. Mit beiden Vorgängen identisch sei dann auch die sogenannte Eiweißzerfallstoxikose. Auch beim anaphylaktischen Shock finde sich ja Zunahme der Giftigkeit des Blutes und Urins. Alle Versuche Pfeiffers 5 und der in ähnlicher Richtung arbeitenden Autoren legen also den Schluß nahe, daß der Bestandteil des Harns, dessen Retention das Vergiftungsbild der echten Urämie auslöst, von einem parenteralen Eiweißabbauprodukt herrühren könnte. Nach H. Pfeiffer ist demnach die echte Urämie allgemein als Eiweißzerfallstoxikose, das Rrankheitsbild als protrahierter anaphylaktischer Shock aufzufassen. Diese Ansichten halten freilich strenger Kritik, besonders auch der Volhards 1 nicht stand, die Frage ist noch nicht spruchreif.

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Copyright information

© J. F. Bergmann in Munich 1934

Authors and Affiliations

  • Hugo Kämmerer
    • 1
    • 2
  1. 1.Universität MünchenDeutschland
  2. 2.Nymphenburger Krankenhauses zu MünchenDeutschland

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