Endokrine Krankheiten

  • Arthur Jores

Zusammenfassung

Ein großer Teil der endokrinen Erkrankungen beruht auf einer Funktionssteigerung bzw. -minderung der betreffenden endokrinen Drüse. Die Mehroder Minderproduktion eines Hormons über das Maß des Notwendigen hinaus führt zu einem abnormen Ablauf der von dem Hormon geförderten Vorgänge des Stoffwechsels, Wachstums oder der Fortpflanzung und zu einer schweren Störung in dem gesamten Gefüge der innersekretorischen Drüsen. Nur bei den Erkrankungen der Hypophyse ist die Einteilung in Hyper- und Hypofunktionszustände nicht möglich. Der Hypophysenvorderlappen produziert eine recht große Zahl von Hormonen und bei Erkrankungen ist die Überproduktion eines Teiles dieser Hormone mit der Minderproduktion eines anderen verbunden. Man hat auch, z. B. bei dem Morbus Basedow, von der Möglichkeit einer „Dysfunktion“ einer endokrinen Drüse gesprochen. Wenn wir unter Dysfunktion nichts weiter verstehen als eine fehlerhafte Funktion, bei der die Hormonabgabe in unrichtigen Mengen und — was auch von Bedeutung ist — zur unrechten Zeit erfolgt, so ist gegen diesen Ausdruck nichts einzuwenden. In diesem sinne können wir gerade bei den hypophysären Erkrankungen sehr gut von Dysfunktionszuständen sprechen. Wenn aber darunter die Produktion eines fehlerhaften Hormons, das in einem abwegigen Sinne biologisch aktiv ist, verstanden werden soll, so müssen gegen diese Anschauung schwere Bedenken erhoben werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. in Berlin 1942

Authors and Affiliations

  • Arthur Jores
    • 1
  1. 1.Hamburg-BlankeneseDeutschland

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