Die Beziehungen der Raumschwelle und des Auflösungsvermögens zu den Elementen des Perzeptionsapparates

  • Franz Bruno Hofmann

Zusammenfassung

Wülfing hatte angenommen, daß der seitliche Lagenunterschied zweier Striche eben merklich werde, wenn die Netzhautbilder derselben um den Durchmesser eines Zapfens gegeneinander verschoben sind. Man könnte dann daraus schließen, daß wir eben noch imstande seien, die Erregung jedes einzelnen Zapfens in der Fovea centralis von der jedes benachbarten Zapfens verschieden zu lokalisieren, so daß demnach in der Fovea die Zapfen als die physiologischen Grundeinheiten des perzipierenden Apparates zu betrachten wären, deren Erregung eine einheitliche Empfindung vermittelt, die eine weitere Zerlegung in räumliche Teile nicht mehr zuläßt. Die Durchrechnung der Versuchsergebnisse scheint aber dieser Annahme zunächst nicht günstig zu sein. Einem Gesichtswinkel von 60″ entspricht im schematischen Auge nach Helmholtz (I, S. 216) eine Netzhautstrecke von 4,38 µ nach Gullstrand eine solche von 4,85 µ Für die Zapfendurchmesser in der Fovea sind allerdings von verschiedenen Untersuchern sehr verschiedene Werte, 1,5–2,0 µ u als unterster, 4,5 µ als oberster angegeben worden. Zum Teil beruht dies, wie die ausgedehnten Unter-# suchungen von Fritsch (103) zeigten, darauf, daß die Zapfendurchmesser in der Fovea centralis in der Tat bei verschiedenen Personen stark variieren, von 1,5 µ im Minimum bis zu 4–5 µ im Maximum.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1919

Authors and Affiliations

  • Franz Bruno Hofmann

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