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Das Schlucken und die Verdauung im Magen

  • Rudolf Höber
Part of the Lehrbuch der Physiologie des Menschen book series (LP)

Zusammenfassung

Die unter den zerschneidenden und zermahlenden Kaubewegungen eingespeichelte Nahrung wird nun verschluckt. Zum Zweck des Schluckens wird durch das Zusammenwirken von Zungen-, Lippen- und Wangenmuskulatur ein Bissen geformt. Dieser wird auf der Zungenoberfläche durch eine von vorn nach hinten fortschreitende Hebung der Zunge rachenwärts geschoben. Durch die schließliche Hebung des Zungengrundes und durch Verkürzung der Gaumenbögen wird dann der Rachengegen den Mundraum abgeschlossen. Zugleich wird das Gaumensegel nach oben bewegt, so daß es die Nasenhöhle von unten verschließt; dadurch, daß das Zungenbein und der Kehlkopf kräftig nach vorn und aufwärts gezogen werden, legt sich die Epiglottis auch auf den Kehlkopfeingang; außerdem wird der Ösophaguseingang geöffnet (s. Abb. 2). Wenn nun die Constrictores pharyngis auf den Bissen pressen, wobei er durch den Schleim der Tonsillen noch besonders schlüpfrig gemacht wird, so bleibt ihm kein anderer Ausweg, als in den Osophagus hinabzugleiten. Hier wird der Bissen durch die sukzessive Kontraktion der den Osophagusschlauch ringförmig umspannenden Muskulatur, durch eine sogenannte peristaltische Bewegung weiter abwärts geschoben, bis er an der Kardia anlangt; der Kontraktionswelle läuft eine Erschlaffungswelle voraus. Flüssigkeiten werden schon allein durch die heftige und plötzliche Kontraktion im oberen Schlundteil bis zur Kardia gespritzt, aber auch dann folgt noch eine peristaltische Welle nach. Werden mehrere Schlucke rasch nacheinander ausgefiihrt, wie beim Trinken einer Flüssigkeit, dann bleibt der Ösophagus bis zum letzten Schluck erschlafft in Ruhe, und dann erst läuft eine Kontraktionswelle über ihn hinweg. Dieser ganze komplizierte Schluckakt ist nur in seinem Anfangsteil ein Akt der Willkür, nämlich nur, bis der Bissen die Grenzlinie des Zungengrundes überschritten hat; von da ab wird der Bissen unabhängig von unserem Willen weiterbefördert.
Abb. 2

Sagittalschnitte durch den Kopf. A Ruhestellung, B Schluckstellung von Zunge, Gaumen und Kehlkopf.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1934

Authors and Affiliations

  • Rudolf Höber
    • 1
  1. 1.University of PennsylvaniaPhiladelphiaUSA

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