Die Hormone

  • Rudolf Höber
Part of the Lehrbuch der Physiologie des Menschen book series (LP)

Zusammenfassung

Es wurde bereits (S. 207) darauf aufmerksam gemacht, daß wohl kein Feld der physiologischen und medizinischen Forschung in den letzten Jahrzehnten die Anteilnahme der Allgemeinheit so sehr geweckt hat, wie das der Erforschung der Vitamine und der Hormone ; auch die nächstliegenden Gründe dafür wurden schon angeführt. Auf den Physiologen übt aber das Studium der hormonalen Funktionen noch aus einem besonderen Grunde eine starke Anziehungskraft aus. Ihn treibt die Durchpflügung seines Arbeitsfelds immer stärker dazu, nicht mehr bloß die Funktionen der Einzelorgane der Analyse zu unterwerfen, sondern auch den Weg der Synthese zu beschreiten, um zu einer Einsicht in die gefühlsmäßig erfaßte Einheit des Organismus vorzudringen, die sich hinter der Summe der Organe verbirgt, und die erst allmählich für den Verstand enthüllt werden muß, -nicht aus irgendeinem philosophischen Bedürfnis heraus und nicht auf spekulativem Weg, sondern unter dem Zwang von Entdeckungen und in harter experimenteller Arbeit. Bis vor einigen Jahrzehnten schien allein das Zentralnervensystem den Spieler darzustellen, der die einzelnen Organe des höheren Tieres wie die Saiten eines Instruments zu harmonischer Wirkung zusammenklingen lä ßt, wobei wir gleich hinzufügen wollen, daß wir uns heute die zentralnervöse Bedingtheit der Ganzheit des Organismus viel komplizierter vorstellen als früher, nämlich darin bestehend, daß jeder erregte Teil des Zentralnervensystems auf den jeweils erregenden Teil zurückwirkt, sodaß eine unausgesetzte Korrelation der Einzelteile, eine stete gegenseitige Kontrolle hergestellt ist (s. dazu Kap. 22–24). Demgegenüber haben wir es hier mit dem Nachweis zu tun, daß noch auf einem zweiten Weg, nämlich auch mit chemischen Mitteln in ungeahnter Mannigfaltigkeit die Einzelteile des höheren Tieres in Wirkung und Gegenwirkung zum Ganzen zusammengefaßt werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1934

Authors and Affiliations

  • Rudolf Höber
    • 1
  1. 1.University of PennsylvaniaPhiladelphiaUSA

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