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Erkrankungen der großen Verdauungsdrüsen

  • Gotthold Herxheimer

Zusammenfassung

In der Längsachse der einzelnen, etwa 1–1½ mm langen und 1 mm breiten Läppchen, Azini (Lobuli) verläuft die Vena centralis, der Anfang der Vena hepatica; sie liegt also im Querschnitt eines Azinus in dessen Mitte. In sie münden von allen Seiten her Kapillaren, und zwischen diesen liegen die Leberzellbalken. Zwischen den Leberzellen, welche die von ihnen gebildete Galle in Sekretvakuolen, nicht in vorgebildeten Räumen, aufstapeln, liegt der Anfang der abführenden Gänge, die Gallenkapillaren, welche erst am Rande der Läppchen in mit Zylinderepithel versehene Gallengänge übergehen. Letztere liegen gemeinsam mit Ästen der Leberarterie und Pfortader, d. h. der durch die Leberpforte eintretenden, dann das (sich zur Zentralvene wieder sammelnden) Kapillarnetz bildenden Gefäße, in dem sog. periportalen Bindegewebe oder der Glissonschen Kapsel. Eine andere bindegewebige Abgrenzung der Azini besteht beim Menschen nicht (im Gegensatz zu gewissen Tieren wie beim Schwein). Dagegen findet sich in den Läppchen eine Stützsubstanz in Gestalt der teils von der Zentralvene ausstrahlenden, teils die Kapillaren umspinnenden Kupfferschen Gitterfasern. Die Kapillaren weisen eine besondere Art Endothelien auf, die sog. Kupfferschen Sternzellen; sie sind im höchsten Grade phagozytär und fangen so Stoffe wie Fett, Farbstoffe, aber auch Bazillen aus dem Blute äußerst schnell ab und schützen so zunächst die Leberzellen. Sie gehören zu den retikuloendothelialen Zellen im engeren Sinne (s. im allgemeinen Teil). Auch mit der Hämoglobinumbildung zu Gallenfarbstoff werden sie, wenigstens unter krankhaften Bedingungen, in Zusammenhang gebracht und haben wohl auch sonst Bedeutung im örtlichen Stoffwechsel der Leber. Die Sternzellen können nach Milzherausnahme wuchern und besonders dann einen Teil der Milztätigkeit mit übernehmen, d.h. rote Blutkörperchen einschließen, Blutfarbstoff verarbeiten und Eisen speichern. Auch sind sie, wie auch die anderen Retikuloendothelien, Ursprungsstätten der Histiozyten (s. unter Entzündung). Die Leberzellen enthalten mehr oder weniger großtropfiges Fett; stets finden sich einige zweikernige Zellen.

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Copyright information

© J. F. Bergmann, München 1932

Authors and Affiliations

  • Gotthold Herxheimer
    • 1
  1. 1.Pathologisch-Bakteriologischen InstitutesAm Städt Krankenhaus ƶu WiesbadenDeutschland

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