Die chemische Technologie der Radioelemente

  • Ferdinand Henrich

Zusammenfassung

Obwohl die meisten Radioelemente erst seit kurzer Zeit bekannt sind, haben einige von ihnen bereits eine vielseitige technische Verwendung gefunden. Das sind außer Thorium und Uran, die nicht in den Kreis unserer Betrachtungen fallen, besonders Radium, Radiumemanation, Actinium, Mesothorium (MsTh1 + MsTh2 usw.), Radiothorium resp. sein Zerfallsprodukt ThX. Diese Elemente werden fabrikatorisch gewonnen und haben eine überaus gewinnbringende Industrie ins Leben gerufen. Es ist das Charakteristische dieser Industrie, daß sie aus Riesenquantitäten Ausgangsmaterial Mengen von radioaktiven Salzen erzeugt, die nach Milligrammen und Grammen bemessen sind und abnorm hoch bezahlt werden. Die Höhe dieser Preise wird keineswegs durch die Höhe der Herstellungskosten bedingt, obwohl manche Ausgangsmaterialien zum Teil monopolisiert und darum sehr teuer sind. Die Preise sind vielmehr die Folgen einer überaus günstigen Konjunktur, die man treffend mit „Radiumfieber“ bezeichnet hat. 1902 wurde 1 mg Radiumelement mit rund 10 M. im Handel bezahlt1) und meist nur für wissenschaftliche Untersuchungen verwendet.

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Literatur

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    Wobei freilich die Chininfabrik von Buchler & Comp. in Braunschweig bestrebt war, Radiumbromid so billig als möglich für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung zu stellen, doch dürften die Fabrikationskosten damit gedeckt gewesen sein.Google Scholar
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    Nach gütiger Mitteilung von Herrn Prof. Dr. Stefan Meyer in Wien kann man in Österreich für die nächsten Jahre mit einer ziemlich gleichmäßigen Produktion von rund 2 g Ra pro Jahr rechnen. Bei verstärktem Betrieb kann sie vielleicht auf das Doppelte gesteigert werden.Google Scholar
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Copyright information

© Julius Springer 1918

Authors and Affiliations

  • Ferdinand Henrich
    • 1
  1. 1.Universität ErlangenDeutschland

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