Kennt der Vogel seine Eier?

  • Oskar Heinroth
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 34)

Zusammenfassung

Auch diese Frage läßt sich nicht allgemein beantworten. Viele Versuche haben ergeben, daß ein großer Teil der Raubvögel, der Hühnervögel, der Entenartigen und sehr vieler andrer Vogelgruppen nicht nur die eignen Eier nicht von denen fremder Artgenossen zu unterscheiden vermag, sondern alles auszubrüten versucht, was sich, namentlich durch die Form, zum Daraufsitzen eignet; auf die Farbe kommt es weniger an. So hat man Schwäne auf Flaschen brüten sehen, und ich konnte unbedenklich die bunten, stark gefleckten Eier vieler regenpfeiferartiger Vögel brütenden Taubenpaaren anvertrauen. Manchen Vögeln geht die Sache aber doch zu weit, wenn die Veränderung zu groß wird, und man hat daraufhin in Möwen- und Seeschwalbensiedlungen Versuche gemacht, die ergaben, daß die Annahme knallroter Eier häufig verweigert wurde. Auch ein einfarbiges Weiß wurde gegenüber den eignen grünlichen, braun gefleckten Eiern beanstandet; das schließt nicht aus, daß so ein als fremdartig erkanntes Ei doch schließlich bebrütet wird, wenn man es in die Nestmulde gelegt hatte.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1938

Authors and Affiliations

  • Oskar Heinroth
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

Personalised recommendations