Zusammenfassung

Wenn es sich um Trennung der einzelnen Teile aus Mischungen von mehr als zwei Stoffen handelt, so ist eine zuverlässige rechnerische Verfolgung der Vorgänge in den Destillierapparaten jetzt noch nicht möglich, weil weder die hei der Verdampfung solcher Mischungen herrschenden physikalischen Gesetze genau bekannt, noch auch die jedem der in Frage kommenden Stoffe eigentümlichen Festwerte erforscht sind. Sowohl die Verhältnisse, in denen sich drei und mehr Flüssigkeiten ineinander lösen, als auch die Zusammensetzung des aus ihnen entweichenden Dampfes, endlich auch die latente Wärme dieses Dampfgemisches, namentlich wenn seine einzelnen Teile aufeinander chemisch einwirken, sind noch nicht für praktische Verwendung hinreichend erkundet. Die hierfür zu lösenden Aufgaben sind um so verwickelter, als es sich dabei um viele Verschiedenheiten handeln kann. Denn jede der Flüssigkeiten kann in allen anderen oder nur in einem Teil von diesen mehr oder weniger oder gar nicht löslich sein. Die gegenseitige Löslichkeit kann auch mit den Mischungsverhältnissen an sich, ebenso wie mit den Temperaturen wechseln. Endlich kommt es vor, daß sich die Stoffe während des Vorganges der Trennung verändern, auch neue Stoffe aus sich bilden. Da nun die Zusammensetzung der Dämpfe aus ineinander löslichen Stoffen anders geartet ist als aus nichtineinander löslichen, entstehen neue Verwickelungen, so daß einer brauchbaren rechnerischen Behandlung dieser Umstände bis jetzt jede Grundlage fehlt.

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Literatur

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1921

Authors and Affiliations

  • E. Hausbrand

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