Die Fruchtbildung

  • Theodor Hartig

Zusammenfassung

Die Frucht ist für die Pflanze das Gehäuse, in welchem sich das Pflanzenei zum Samenkorne fortbildet, durch welches das Pflanzenei die zur eigenen Fortbildung nöthigen Bildungssäfte bezieht. Für das Thier ist die Frucht ein natürlicher, fertiger Nahrungsstoff, der zu ihm in derselben Beziehung steht, wie der Phosphor-, Schwefel-, Kalk- und Stickstoffgehalt des Pflanzenkörpers. In der That steht das Fleisch der reifen Frucht in keiner physiologischen Beziehung, weder zur Mutterpflanze, von der sich die Frucht trennt, noch zum reifen Samenkorne, das der Frucht entnommen werden kann, ohne dass seine Keimfähigkeit darunter leidet. Der grosse Aufwand von Arbeitskraft und Bildungsstoff, wie sie sich in der Kürbisfrucht, im Apfel, in der Pflaume aussprechen, kann nicht zwecklos im Haushalte der Natur verwendet sein. Ist er zwecklos in Bezug auf die Pflanze, so müssen seine Zwecke dem Thiere zugewendet sein, dem die Pflanzenfrucht vom Säugethier bis zum Insekt hinab Nährstoff ist.

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© Verlag von Julius Springer 1878

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  • Theodor Hartig

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