Zusammenfassung

Die Rachitisforschung blickt in diesem Jahre auf ein Dezennium zurück, das mit seiner reichen Ernte an praktischen und therapeutischen Erkenntnissen für alle Zeiten den Höhepunkt in der Entwicklung der Rachitislehre bedeuten dürfte. Wir brauchen nur an die um 1919 erfolgte Einführung der Strahlentherapie [Huldschinsky (739)], sowie an die von Mellanby (995, 995a) ebenfalls etwa 1919 begonnene reichhaltige „Vitaminforschung“ und an den vorläufigen Schlußstein, an die Entdeckung des Ergosterins als der Muttersubstanz des spezifischen „Rachitisschutzstoffes“ zu erinnern. Wenn wir auch von dem endgültigen Ziel, der Lösung des Rachitisrätsels in seiner Gesamtheit, besonders aber in pathogenetischer Hinsicht immer noch weit entfernt sind, so ist heute zumindest die praktische Seite des Problems, die Behandlung und Verhütung der Rachitis und verwandter Zustände als eine völlig und vermutlich endgültig geglückte anzusehen. Aber auch in mehr theoretischer Hinsicht hat die in den letzten 10 Jahren geleistete planmäßige Kleinarbeit die Rachitislehre weitgehend gefördert, und die Ansätze zu weiterer verheißungsvoller Forschung gelegt.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1929

Authors and Affiliations

  • P. György
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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