Zusammenfassung

Die schon seit dem griechischen Altertum gelegentlich auftauchende, aber erst von Nikolaus Kopernikus zum Siege geführte und dann von Johannes Kepler und Isaac Newton auch kinematisch und dynamisch vollends geklärte heliozentrische Auffassung des astronomischen Weltbildes deutet die Bewegungserscheinungen am Himmelsgewölbe, wie jedem astronomisch einigermaßen Gebildeten heute unbezweifelbar geläufig ist, durch eine dreifache Eigenbewegung der Erde gegenüber der Sonne, nämlich durch eine tägliche Drehung der Erde um sich selbst (Rotation),durch einen jährlichen Umlauf um die Sonne (Revolution) und durch eine kegelige Bewegung der Rotationsachse (Präzession), welche äußerst langsam erfolgt und bei genauerem Zusehen von einer sehr verwickelten Reihe sehr kleiner Schwankungen (Nutationen) überlagert ist. Wir können uns heute kaum mehr vorstellen, was für ungeheure begriffliche Schwierigkeiten das Weltsystem des Kopernikus dem Anschauungsvermögen seiner Zeitgenossen bereitet hat, aber wir verstehen das lebhafte Interesse,welches bis in die neueste Zeit, geradezu begeistert in den Tagen des Foucaultschen Pendelversuches, allen unmittelbar überzeugenden Beweisen für die Bewegung der Erde entgegengebracht worden ist.

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Literatur

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1922

Authors and Affiliations

  • R. Grammel
    • 1
  1. 1.StuttgartDeutschland

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