Das Gen und seine Wirkung

  • Richard Goldschmidt

Zusammenfassung

Wir haben nunmehr alle wichtigen Tatsachen kennengelernt, die sich auf das Gen und seine Übertragung beziehen. Wir wissen, daß das Gen die Einheit ist, die von Zelle zu Zelle, Generation zu Generation übertragen das typische Erbgeschehen bedingt. Wir wissen, daß diese Einheit in den Chromosomen gelegen ist, und daß hier die verschiedenen Gene einer bestimmten, gesetzmäßigen Ordnung unterliegen. Wir wissen, daß das Gen in der Regel völlig konstant ist, daß es sich aber in gesetzmäßiger Weise — die Mutation — verändern kann, und daß diese Veränderungen wieder konstant sind. Die Erkenntnis der Gene und ihrer Übertragung in den Chromosomen hat somit den Mechanismus der Vererbung vollständig geklärt. Um nun zu einem vollständigen Verständnis der Vererbung zu kommen, muß weiterhin das Problem gelöst werden: Wie wirkt das Gen, welche Vorgänge setzt es in Bewegung oder kontrolliert es, um den typischen Ablauf der Entwicklung herbeizuführen und den typischen Außencharakter hervorzurufen, aus dessen Auftreten und Vererbung wir ja auf das zugrunde liegende Gen schließen? Wir wollen also nach der Mechanik oder Statik der Genübertragung die Physiologie oder Dynamik seiner Wirkung studieren. So müssen wir die Tatsachen kennen lernen, die es erlauben, in dieser Richtung vorzudringen und ihre Interpretation, die zu einer allgemeinen Theorie der Vererbung führen kann.

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Literatur zur zwanzigsten Vorlesung

Die Gedankengänge des Verfassers sowie die hierher gehörigen Literaturzitate finden sich in

  1. Goldschmidt, R.: Physiologische Theorie der Vererbung. Berlin: Julius Springer 1927.Google Scholar

Dazu noch

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1928

Authors and Affiliations

  • Richard Goldschmidt
    • 1
  1. 1.Kaiser Wilhelm-Instituts für BiologieBerlin-DahlemDeutschland

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