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Bewußtsein

  • Richard Geigel

Zusammenfassung

An die Spitze muß man unzweifelhaft die Tatsache setzen, daß das Gehirn schon für das Bewußtsein ein Organ darstellt, insoferne zum Teil verborgene, zum Teil wohl nachweisbare Eingriffe von Seiten der Außenwelt erfahrungsgemäß das Bewußtsein stören oder selbst vernichten können. Man kann darüber streiten, ob ein vom Körper getrennter Kopf mit seinem Gehirn noch wenigstens für äußerst kurze Zeit sein Bewußtsein behält, aber daß der von seinem Kopf getrennte Rumpf augenblicklich keines mehr hat, darüber ist wohl keine Meinungsverschiedenheit möglich. Welcher Teil des Gehirns aber den Vorgang des Bewußtseins ermöglicht, welche es sind, deren Unversehrtheit dazu gehört, daß Bewußtsein überhaupt bestehen kann, das weiß man nicht. Man weiß nicht einmal, ob das Bewußtsein sich überhaupt an eine bestimmte Gehirngegend verlegen läßt, ob man das Bewußtsein überhaupt lokalisieren kann. Bis jetzt glaubt man das keineswegs und ist geneigt, anzunehmen, es stelle eine allgemeine Eigenschaft des Hirns dar, daß das Ich seiner selbst und anderer Dinge bewußt sein könne. Am ehesten, so lautet die allgemeine Meinung weiter, muß die graue Binde der Großhirnhemisphären als Sitz des Bewußtseins angesprochen werden.

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Copyright information

© J. F. Bergmann 1925

Authors and Affiliations

  • Richard Geigel
    • 1
  1. 1.WürzburgDeutschland

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