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Allgemeiner Teil

  • Josef K. Friedjung

Zusammenfassung

Der ärztliche Besuch bei einem kranken Kinde vom Augenblicke des Betretens des Krankenzimmers bis zum Abschieds-grusse soll und kann, wenn man die praktisch höchste Wirkung erstrebt, einem kleinen Kunstwerke gleichen: die zielsichere Haltung, die zweckbewusste Verwendung der sozusagen „künstlerischen“ Mittel, die graziöse Umschiffung der drohenden Klippen, das beherrschte Scherzen und leicht liebkosende Streicheln, der freundschaftliche Abschluss der Untersuchung, die ruhige, klare Darlegung des Befundes, die fassliche, den äusseren Umständen angepasste Verordnung, ihre Niederschrift in zutreffenden Schlagworten, der Abschied mit einigen der Lage angemessenen Worten des Trostes, der Ermunterung, des sanften Tadels oder Lobes, der Zuversicht, all’ das kann sich, wie gesagt, zu einer Szenenkette von hohem ästhetischen Reize gestalten. Von einem Arzte, der das kann, wird dann erzählt, mit ihm trete Beruhigung ins Haus, sein Kommen bedeute schon den Beginn der Genesung; er seinerseits erlebt dabei eine ähnliche Lust, wie der Künstler, der seine Rolle, sein Instrument wahrhaft meistert. Diese höchsten Wirkungen bleiben dem versagt, der das Instrument nicht genau kennt, roh oder ungeschickt zutappt.

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Copyright information

© Verlag von J. F. Bergmann Wiesbaden 1919

Authors and Affiliations

  • Josef K. Friedjung
    • 1
  1. 1.Abteilungs-VorstandI. Öffentlichen Kinder- KrankeninstitutesWienÖsterreich

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