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Zusammenfassung

Ende des Jahres 1915 hat A. Einstein eine Theorie der Gravitation auf Grund eines allgemeinen Prinzips der Relativität aller Bewegungen zum Abschluß gebracht. Sein Ziel war dabei nicht, ein anschauliches Bild von dem Wirken einer Anziehungskraft zwischen den Körpern zu schaffen, vielmehr eine Mechanik der Relativbewegungen der Körper gegeheinander unter,dem Einfluß von Trägheit und Schwere. Der Weg zu diesem weitgesteckten Ziel führt allerdings über manches Opfer an althergebrachten Anschauungen. Aber dafür gelangt man zu einem Standpunkt, der seit langem vielen, die sich mit den Grundlagen der theoretischen Physik befaßt haben, als äußerstes Ziel vorgeschwebt hat. Daß die neue Theorie solche Opfer bringt, kann nur Zutrauen zu ihr erwecken. Denn das seit Jahrhunderten erfolglose Bemühen, die Lehre von der Gravitation befriedigend in die Naturwissenschaften einzuordnen, mußte zu der Erkenntnis führen, daß dies nicht ohne Zugeständnisse an manche festwurzelnde Anschauung möglich sein würde. In der Tat geht Einstein bis auf die Grundpfeiler der Mechanik zurück, um dort seine Theorie zu verankern und begnügt sich nicht lediglich mit einer Umformung des Newtonschen Gesetzes, um den Anschluß an neuere Anschauungen zu gewinnen.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1920

Authors and Affiliations

  • Erwin Freundlich
    • 1
  1. 1.NeubabelsbergDeutschland

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