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Allgemeine operative Technik

  • Karl Franz

Zusammenfassung

Alles, was der Infektionsverhütung dient, alles, was für die Anästhesierung nötig ist, ist leicht erlernbar. Es sind hauptsächlich mechanische Tätigkeiten, die da in Betracht kommen, und jeder, der sich an die Regeln und Gesetze hält, die die Erfahrung aufgestellt hat, wird den rechten Weg gehen, ohne sich geistig allzu sehr anstrengen zu müssen. Etwas anderes ist es mit der Technik der Operationen. Sie ist etwas Persönliches, nicht vollständig Lehr- und Lernbares, etwas Künstlerisches, wenn sie sich über das übliche Maß erheben soll. Der gute Operateur wird geboren, nicht erzogen; aber schließlich braucht ja nicht jeder, der das Operationsmesser in die Hand nimmt, gleich ein operativer Künstler zu sein. Wenn er nur ein guter Handwerker ist, wenn er weiß, worauf es ankommt, wenn er saubere Arbeit leistet. Ist es überhaupt so wichtig, mag einer fragen; ist es nicht gleichgültig, ob eine Operation gut aussieht oder nicht, ob der Operateur ruhig und sicher ist oder aufgeregt und fahrig? Die Hauptsache ist doch, daß die Operation gelingt, und die Patientin mit dem Leben davon kommt. Nein und tausendmal nein. Ich weiß wohl, daß operative Technik von vielen Ärzten, die operieren, unterschätzt wird, aber nur von denen, die nichts können und die ihre Inferiorität damit beweisen. Ich meine, daß die Technik nicht hoch genug bewertet werden kann; denn sie ist für Leben und Gesundheit der Kranken entscheidend. Ihr Wert braucht sich nicht gerade in der Mortalitätsziffer auszudrücken; aber sie drückt sich bestimmt aus in den Folgen, in den Nachkrankheiten der Operation.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1925

Authors and Affiliations

  • Karl Franz

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