Die Ertragsschätzung nach Durchschnittserträgen

  • Carl von Fischbach

Zusammenfassung

Diese besteht darin, daß für einen Waldkomplex oder seine sämmtlichen einzelnen Theile der Durchschnittszuwachs nach den Vorräthen haubarer Bestände veranschlagt wird, den jene bei einer gegebenen Betriebsart, Umtriebszeit und Waldbehandlung, so wie nach der Ertragsfähigkeit des Bodens erwarten lassen. Je gleichmäßiger die Standorts- und Bestandesverhältnisse sind, um so rascher läßt sich diese Art der Einschätzung betreiben, weil man alle Waldtheile mit gleicher Standorts- und Bestandesgüte zusammennehmen, und für sie alle den gleichen Durchschnittszuwachs unterstellen kann. — Der Durchschnittsertrag wird aus den Anhaltspunkten, welche die Vorräthe in hiebsreifen Beständen zur Hand geben, für jede einzelne Bestandes- oder Standortsklasse für die Flächeneinheit besonders ermittelt, indem man den gegenwärtigen Vorrath und die seither erhobenen Nutzungen durch die Zahl der Altersjahre dividirt und den Quotienten mit den Flächeneinheiten der einzelnen Bestände multiplicirt. Es können natürlich auch Erfahrungen aus andern, aber ähnlichen Lokalitäten benützt werden. Weil der Durchschnittszuwachs eines Bestandes in angehend haubaren Beständen längere Zeit hindurch dieselbe Größe zeigt, so darf man bei der Wahl solcher Probebestände nicht zu ängstlich auf das Alter Rücksicht nehmen. Es ist aber nicht zu übersehen, daß es sich nicht von dem Gesammtdurchschnittszuwachs jeder einzelnen Altersstufe, sondern stets nur von dem des haubaren Bestandes handelt.

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© Verlag von Julius Springer. Berlin 1886

Authors and Affiliations

  • Carl von Fischbach

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