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Einleitung

  • Ernst Finkbeiner

Zusammenfassung

Die Entwicklung der Lehre vom Kretinismus ist auch heute noch eins der instruktivsten Kapitel aus der Geschichte menschlicher Irrtümer. Seit mehr als 100 Jahren haben sich zahlreiche Autoren mit der Erforschung dieses Zustandes beschäftigt und haben eine bald unübersehbare Literatur hervorgebracht, ohne aber auch nur über die Diagnose, noch viel weniger über die Ätiologie oder gar über die Behandlung sich einigen zu können; dies ist um so erstaunlicher, als eine Durchsicht der Literatur bald ergibt, daß in sehr weitem Umfang ein Autor immer wieder die andern aus- und abgeschrieben hat. Kolle (155) bemerkt mit Bezug auf unser Thema ganz richtig: „Zu intensives Studium der Geschichte medizinischer Probleme kann auch verwirrend und ablenkend wirken“; der Forscher läßt sich beeinflussen und verliert den Blick für das Wirkliche und für das Wesentliche. Es gab eine Zeit, wo man sich fast ganz auf eine allerdings sehr sorgfältige Kasuistik beschränkte (und das war nicht die schlechteste Periode!); dann begann alle Welt Statistik zu treiben und die geographische Ausbreitung des Kretinismus zu studieren, um wenn möglich irgend eine Abhängigkeit von der chemischen oder geologischen Struktur des Endemiegebiete aufzufinden (Trinkwassertheorien in allen nur denkbaren Schattierungen).

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Literatur

  1. 1).
    Um nicht selbst in diesen Fehler zu verfallen, habe ich einen größeren Abschnitt über Kropf (etwa von S. 16 hinweg) gestrichen; die darauf bezüglichen Teile des Literaturverzeichnisses (A IX, S. 415ff.) sind belassen worden.Google Scholar
  2. 1).
    Versuche dieser Art liegen vor in den Arbeiten der Züricher Autoren (123/5) und in meinem Aufsatz über Kretinismus im Nollengebiet.Google Scholar
  3. 2).
    Nur ein Beispiel: Für 1911 werden unter 33 324 Stellungspflichtigen 536 = 1,6% wegen Kropf untauglich befunden; 1914 fand Frey unter 650 tauglich erklärten und ausgebildeten Rekruten immer noch 46, deren Kropf einer Jodbehandlung zu unterziehen war (also noch einmal 7,1%) (Korr.Bl. 1914. S. 1517.)Google Scholar
  4. 1).
    Freilich bevorzugt die Endemie immer die kleinen Orte ! Vgl. S. 33.Google Scholar
  5. 1).
    Vgl. Hospental, Korr.Bl. S. 531. 1915.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • Ernst Finkbeiner

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