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Zusammenfassung

Der Kaiserschnitt führte in den ersten zwei Dritteln des 19. Jahrhunderts ein kümmerliches Dasein. Seine Ergebnisse sind in dieser Zeit sogar schlechter als früher, da die unglücklichen Maxime der französischen Operateure, besonders Lauvevjats, die Uterusnaht wegzulassen, durch Blutung nach außen und in die Bauchhöhle, und durch Kommunikation des die Lochien bergenden Uterusinneren mit der Peritonealhöhle zu Peritonitis reichlich Veranlassung gab; zugleich fallen die in dieser Zeit in Kliniken und Krankenhäusern vorgenommenen Kaiserschnitte in die Zeit der Zunahme des Puerperalfiebers. Während die aufstrebende künstliche Frühgeburt vorsichtig die Gefahren des Kindbettfiebers zu umgehen suchte und mehr mit der Lebensgefahr fürs Kind zu kämpfen hatte, haben die Kaiserschnitte trotz der Semmlweisschen Lehren mit zunehmender Mortalität zu tun; nur der Gewinn einer Anzahl sonst verlorener Kindesleben entschädigte dafür. Während man in den Mitteilungen praktischer Geburtshelfer ab und zu eine Publikation liest: „Mutter und Kind gerettet“, hat das große k. k. allgemeine Krankenhaus in Wien im ganzen 19. Jahrhundert bis zum Jahre 1876 alle Kaiserschnitte verloren, ebenso ging es der Maternité in Paris und anderen großen Gebäranstalten.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1925

Authors and Affiliations

  • H. Fehling
    • 1
    • 2
  1. 1.Kaiser-Wilhelm-Universität StrassburgDeutschland
  2. 2.Frauenklinik StrassburgDeutschland

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