Zusammenfassung

Auf dem chirurgischen Kongreß Ostern 1873 teilte Esmarch zum ersten Male seine Versuche über blutleere Operationen mit. Er empfahl zu diesem Zwecke Umschnürung der Extremitäten mit elastischen Binden oder mittels Gummischlauchs. Diese Neuerungen fanden erst im darauffolgenden Jahre 1874 mehr Anklang bei seinen Kollegen und dann im Ausland, besonders bei den Engländern. Es zeigte sich, daß man durch Herstellung der künstlichen Blutleere ohne den geringsten Blutverlust operieren kann, und daß teilweise dadurch völlige Anästhesie erzielt wird. Die elastische Binde muß zu diesem Zweck von der Peripherie gegen das Zentrum so gut umschnürend angelegt werden, daß der Arterienpuls (Femoralis, Brachialis) in der betr. Extremität nicht mehr zu fühlen ist. Der Vorteil der Kompression der großen Gefäße durch elastische Ligatur ist eklatant; die Blutersparnis vermindert die akzidentalen Wundkrankheiten und den Reiz der Schwämme. Die künstlich hergestellte Anästhesie erlaubt an den Fingern ohne weiteres zu operieren; man ist in der Lage, Fremdkörper ohne Blutung aufzusuchen, verletzte Gefässe zur Unterbindung freizulegen; der Verblutungstod wird durch Einwicklung der Extremitäten vermieden.

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1925

Authors and Affiliations

  • H. Fehling
    • 1
    • 2
  1. 1.Kaiser-Wilhelm-Universität StrassburgDeutschland
  2. 2.Frauenklinik StrassburgDeutschland

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