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Zusammenfassung

In den letzten Dezennien haben sich immer mehr Teilgebiete der Geophysik vom beschreibenden Anfangsstadium heraus zum Rang explikativer Wissenschaften erhoben, welche Entwicklung in theoretischer Hinsicht durch eine weitgehende Anwendung der mathematischen Methoden der klassischen theoretischen Physik gekennzeichnet ist. So zieht die Geophysik z. B. die Theorie der Wärmeleitung zur Beschreibung der Temperaturverhältnisse des Erdbodens heran, benutzt die klassische Hydrodynamik zur Untersuchung der ozeanischen und atmosphärischen Bewegungsvorgänge und verwendet die Elektronentheorie erfolgreich zur Erklärung der elektrischen Vorgänge in den höchsten Atmosphärenschichten. Infolge dieser Methodik ist ein Naturgesetz in der Geophysik zunächst meist in Form einer Differentialgleichung vom Typus der sog. Differentialgleichungen der mathematischen Physik mit den dazugehörigen Anfangs- und Randbedingungen gegeben, deren Integration den endlichen Ablauf des Vorgangs ergibt, der dann durch Vergleich mit Messungen die Zulässigkeit oder Unzulässigkeit der bei der Aufstellung der Differentialgleichung vorausgesetzten Grundannahmen erkennen läßt.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1940

Authors and Affiliations

  • Hans Ertel
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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