Die Erscheinungen der chronischen Herzschwäche

  • Ernst Edens

Zusammenfassung

Das Herz gilt seit altersher im Volk und bei den Dichtern als der Sitz des Gefühls, als das Organ, wo Schmerz und Freude wohnen. Davon merken wir aber, wenn das Herz selbst in Not gerät, auffallend wenig. Die einfache Herzschwäche verläuft in manchen Fällen ohne ausgeprägte Herzbeschwerden. In anderen Fällen wird über einen Druck in der Herzgegend geklagt, der mit einem mehr oder weniger starken Angstgefühl verbunden sein kann. Man spricht dann von Oppressions-gefühl, Herz- oder Präkordialangst, von Herzbeklemmung. Von Einfluß darauf ist häufig die Lage des Kranken Linke Seitenlage wird meist schlecht vertragen, auch in flacher Rückenlage fühlen sich die Patienten meist nicht wohl, vielleicht, weil dabei der rechte Vorhof durch die Masse der Herzkammern gegen die hintere Brustwand gedrückt und zusammengedrückt wird, so daß die Füllung des Herzens behindert ist (Braun). Herzschmerzen als Zeichen der Herzschwäche kommen vor, sind aber gewöhnlich nicht sehr heftig; wie sie zu erklären sind, ist noch nicht ausgemacht. Seitdem Harvey an dem durch einen Unglücksfall freigelegten Herzen des jungen Lord Montgomery nachgewiesen hat, daß Berührungen des Organs vom Kranken nicht empfunden werden, hat die Wissenschaft sich gewöhnt, das Herz als empfindungslos anzusehen. So fand auch Ziemssen bei Catharina Serafin, daß Druck aufs Herz oder die Lungenschlagader nur ein geringfügig unangenehmes Gefühl hervorbrachte; stärkere elektrische Reizung des Herzens mit Induktionsströmen verursachte unter dem Brustbein ein stechendes Gefühl, das auf Stromschleifen zurückgeführt wird.

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© Julius Springer in Berlin 1929

Authors and Affiliations

  • Ernst Edens
    • 1
  1. 1.Universität MünchenDeutschland

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