Advertisement

Die Sinneszelle

  • W. v. Buddenbrock
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 19)

Zusammenfassung

Es ist nicht schwer, sich davon zu überzeugen, daß man mit dem Auge sieht, mit dem Ohr hört und mit der Nase riecht. Wenn man aber über diese ersten Erfahrungen des täglichen Lebens hinausgelangen will und den Versuch macht, Genaueres über den Sitz unserer Sinne zu erfahren, kommt man schon nicht mehr ohne die strenge Wissenschaft aus. Bleiben wir beim Auge. Es ist mannigfachen Krankheiten unterworfen. Die Hornhaut kann trüb werden oder die Linse, wie dies beim Star geschieht, zu einer undurchsichtigen Masse werden. Wenn die Kunst des Arztes es vermag, die kranke Linse zu entfernen oder die Hornhauttrübung zu beheben, so ist das Sehvermögen zwar meist verringert, aber doch noch vorhanden. Es gibt aber eine noch tückischere Krankheit, nämlich die Netzhautablösung. Wenn dieses zarte Häutchen im Hintergrunde des Auges sich ablöst, dann ist es mit dem Sehen meist für immer vorbei. Daraus lernen wir, daß die Netzhaut der wichtigste Teil des Auges ist, während Hornhaut, Linse und Glaskörper nur dazu dienen, das Sehenzu verbessern. Betrachten wir eine solche Netzhaut im Mikroskop (Abb. 1), so erblicken wir eine Unmenge ganz dicht nebeneinander stehender, winziger Zellen, und die nähere sehr schwierige Untersuchung klärt uns darüber auf, daß jede von ihnen mit einem ganz feinen Nervenfäserchen in inniger Beziehung steht. Diese kleinen unscheinbaren Zellen, die Zapfen und Stäbchen, sind es also offenbar, denen wir das Sehen verdanken, sie sind,allgemeiner ausgedrückt, Sinneszellen, die vor allen anderen Zellen sich dadurch auszeichnen, daß ein Nerv von ihnen ausgeht. Es hat große Mühe gekostet, bis man dies wußte, und bis man erkannte, daß in allen sogenannten Sinnesorganen, oft tief im Innern versteckt, derartige Sinneszellen sich finden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1932

Authors and Affiliations

  • W. v. Buddenbrock
    • 1
  1. 1.Universität KielDeutschland

Personalised recommendations