Allgemeine Gefäßlehre (Angiologie)

  • Hermann Braus

Zusammenfassung

Die Wandung der Gefäße hat zwei ganz verschiedenen Beanspruchungen zu genügen. Erstens hat sie den Inhalt wie das Wasser einer Wasserleitung an die Stellen, wo er gebraucht wird, hinzuführen und wieder zurückzuleiten und muß dazu dicht sein wie eine Rohrleitung, welche das Versickern des Inhaltes verhindert; zweitens hat sie den Austausch der Gase, der gelösten Stoffwechselsubstanzen und gewisser corpusculärer Elemente zwischen Inhalt und Umgebung dort zuzulassen oder sogar aktiv zu regeln, wo sie gebraucht werden. Im ersteren Fall bleibt der Inhalt durch die Tätigkeit der Wandung unverändert, im letzteren Fall wird er verändert. Diese entgegengesetzte Tätigkeit ist auf verschiedene Strecken der Gefäßbahn verlegt, indem die Blutcapillaren (Abb. S. 602) und die Lymphcapillaren nur eine einzige Wandschicht besitzen, das Endothel (Angiothel). Alle Haargefäße haben es gleichsam in Reinkultur. Auch in den Arterien, Venen und Lymphgefäßen bildet es die innerste Lage der Gefäßwand; beim Embryo ist es anfänglich allein da (primäre Gefäßwand). Aber zur Dichtung und Fortbewegung kommt bei allen Gefäßen außer bei den Capillaren noch eine Hülle hinzu, welche das innere Endothelrohr überzieht und welche selbst sehr reich an verschieden gebauten Lamellen sein kann, die Accessoria (sekundäre Gefäßwand, Perithel).

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1934

Authors and Affiliations

  • Hermann Braus
    • 1
  1. 1.Anatomie WürzburgDeutschland

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