Besprechung der verschiedenen Theorien

  • S. De Boer

Zusammenfassung

Über das Wesen des Flimmerns ist eine grosse Anzahl Theorien aufgestellt worden. Kronecker war wohl der erste, der versuchte, eine Erklärung für das Flimmern zu geben. Dieser nahm zuerst an, dass ein Zentrum für die Koordination besteht, durch dessen Zerstörung dann Flimmern auftrete. Er stellte diese Theorie für das Kammerflimmern aur, weil damals das Flimmern der Vorhöfe noch nicht bekannt war. Als sich diese Theorie als unhaltbar erwies, nahm er an, dass ein vasokonstriktorisches Zentrum in der Kammer vorhanden sei. Wenn dasselbe durch direkte Reizung oder reflektorisch angeregt werde, dann würde der Kammermuskel anämisch und dadurch das Kammerflimmern hervorgerufen werden. Namentlich Langendorff hat den Beweis erbracht, dass diese Theorie nicht richtig sein kann, da nämlich während des Flimmerns nicht weniger Blut durch die Koronargefässe strömt als unter normalen Umständen; ausserdem entsteht kein Kammerflimmern bei den Säugerherzen, die nach Langendorffscher Methode überleben und bei denen die Durchströmung der Koronargefässe gesperrt wird. Obwohl die beiden Theorien Kroneckers wohl nicht mehr akzeptiert werden, bleibt sein Experiment doch merkwürdig. Wenn Kronecker an einer bestimmten Stelle in der Scheidewand zwischen den beiden Kammern mit einer Nadel einstach, entstand Kammerflimmern. Beim Besprechen meiner Theorie über das Flimmern werde ich auf dieses Experiment zurückkommen. (Siehe Seite 110.)

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© Verlag von J. F. Bergmann 1923

Authors and Affiliations

  • S. De Boer
    • 1
  1. 1.Universität AmsterdamDeutschland

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