Gastroptose

  • Knud Faber
Part of the Fachbücher für Ärzte book series (FACHAERZT OBA, volume 10)

Zusammenfassung

Die Lehre von der Gastroptose wurde zu einer Zeit begründet, als man nur sehr unvollkommene Vorstellungen von der normalen Form und Lage des Magens hatte. Zuerst hat Morgagni (1760) die Abweichung besprochen, der bei einer Sektion eines Patienten sie feststellte, bei dem Valsalva die Veränderung während des Lebens diagnostiziert hatte. Diese Beobachtung ging aber spurlos verloren, bis Kussmaul 1881 die verschiedene Lage des Magens beschrieb, darunter die Vertikalstellung. Kurz danach schuf Glénard in Vichy (1885) den Begriff der Enteroptose, als deren Teilsymptom er die Gastroptose beschrieb. Er ging davon aus, daß der normale Magen ungefähr ohne Zwischenraum an der Leber und dem Zwerchfell angeheftet sei und unterschied eine totale Gastroptose, wenn der ganze Magen sich vom Zwerchfell entfernt hatte, von einer teilweisen Gastroptose, wenn Kardia und Fornix wie gewöhnlich lagen, während der Pylorusteil und die kleine Kurvatur herabgesunken waren, d. h. sich aus ihrer gewöhnlichen Stellung dicht unter der Leber entfernt hatten, indem die Bänder hier gelockert waren. Während die totale Gastroptose ziemlich selten war, wurde die teilweise Senkung als sehr gewöhnlich, besonders bei Frauen, bezeichnet und wurde im Verein mit der Enteroptose verantwortlich gemacht für eine ganze Reihe dyspeptischer und nervöser Erscheinungen; Glénard hielt die Enteroptose für die Hauptursache der bei Frauen so gewöhnlichen dyspeptischen und neurasthenischen Zeichen, die man in Frankreich meistens als nervöse Dyspepsie bezeichnete oder einer Magenerweiterung zur Last legte (Bouchard). Glénards Lehre kam zu einer außerordentlichen Verbreitung, zuerst in Frankreich, später in Deutschland, wo Ewald 1890 die Frage angriff, und wo später Stiller, Meinert, Strauß, Riegel und viele andere den Gegenstand behandelten. In Dänemark wurde die Gastroptose bereits 1892 von Hertz, später von Vermehren, der im Jahre 1896 seinen Gürtel konstruierte, von Rovsing, der 1897 die erste Gastropexie ausführte, von Blad u. m. a. studiert.

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© Springer-Verlag Berlin Heildelberg 1924

Authors and Affiliations

  • Knud Faber
    • 1
  1. 1.Universität KopenhagenKopenhagenDänemark

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