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Die Analyse der in der Alaun- nnd Chromgerberei benutzten Materialien

  • H. R. Procter
  • Johannes Paessler

Zusammenfassung

Alaungerberei. Die hierbei hauptsächlichst benutzten Materialien sind Salz und Alaun (Kali- oder Ammon-Alaun), event. in Verbindung mit Mehl und Eidotter, welche letztere gewissermassen als Füllmittel dienen. Nachdem neuerdings das Aluminium-Sulfat, der wirksame Bestandtheil des Alaunes, in reinerem Zustande und namentlich eisenfrei hergestellt wird, verwendet man dasselbe häufig anstatt Alaun. Bei der Herstellung solcher Lederarten, bei denen die Farbe belanglos ist, kann auch weniger reines Aluminiumsulfat, das im Preise natürlich wesentlich niedriger steht, verwendet werden. Der Werth dieser Thonerdesalze ist namentlich abhängig von dem Gehalt an Thonerde und von der Abwesenheit von Eisenverbindungen, die als Verunreinigungen auftreten. Zuweilen ist es auch nothwendig, die Acidität zu bestimmen; gewöhnlich ist dies aber von geringerer Bedeutung, ausgenommen bei der Untersuchung gebrauchter Brühen zum Studium des Verlaufes des Gerbprocesses Thonerde ist Al2O3. Sämmtliche Salze leiten sich von diesem Typus ab, das Chlorid ist Al2Cl6, das Sulfat Al2(SO4)3 u. s. w. Beim Zusammenbringen mit neutralen Salzen neigt die Thonerde sehr zur Bildung „basischer“ Salze, welche als Verbindungen der neutralen Salze mit Thonerde aufzufassen sind. Die „basischen Chloride“ sind also Oxychloride, von welchen übrigens mehrere von verschiedener Basicität existiren. Derartige basische Salze werden erhalten, wenn man frisch gefällte Thonerde in Lösungen neutraler Thonerdesalze auflöst, oder wenn man in den letzteren einen Theil der Säure durch ein Alkali neutralisirt. Je grösser die Basicität, desto geringer ist die Beständigkeit der gebildeten Verbindung: je basischer die Salze sind, um so leichter werden sie durch Kochen gefällt und zersetzt; diese Erscheinung kann sogar schon durch Verdünnen der Lösungen eintreten. Diese Unbeständigkeit ist auch die Ursache, dass derartige basische Verbindungen von der Hautfaser leichter als neutrale Salze aufgenommen werden. Diese Eigenschaft bedingt die Verwendung in der Gerberei, ferner auch in der Färberei als Beize. Es ist noch nicht genügend aufgeklärt, ob das basische Salz als solches von der Hautfaser aufgenommen wird oder ob in der Hauptsache Thonerde absorbirt wird, welche alsdann in der Lösung eine weniger basische Verbindung zurücklässt. Was nach dieser Sichtung hin in Bezug auf Thonerdesalze angeführt worden ist, gilt in gleicher Weise für Eisen- und Chromsalze.

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Copyright information

© Verlag Von Julius Springer 1901

Authors and Affiliations

  • H. R. Procter
    • 1
  • Johannes Paessler
    • 2
  1. 1.The City and Guilds of London Technical InstituteUK
  2. 2.Vorstand der deutschen Versuchsanstalt für Lederindustrie zu Freiberg in SachsenDeutschland

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