Zusammenfassung

Durch die Entdeckung der Beugung der Röntgenstrahlen an Pulvern im Jahre 1915 durch P. Debye und P. Scheerer 1 (auch durch A. W. Hull 19162) wurde der Bestimmung von Gitterkonstanten einer ungeheueren Zahl von Stoffen der Weg geebnet. Zwar war die Genauigkeit dieser Bestimmung zu Anfang gering (etwa ±2%), stieg aber mit der Zeit ununterbrochen3. Mit der Bestimmung der Gitterkonstanten beschäftigten sich zu derselben Zeit auch Bragg, Vegard, Bijl, Kolkmeijer, kamen jedoch nicht zu höherer Genauigkeit als ± 0,1 Å. Die Debye-Scherrer-Methode ist mit einer Reihe von Fehlern behaftet, die schon damals zum Teil bekannt waren. Die Absicht, diese zu vermeiden, hatten Seemann und Bohlin, indem sie vorschlugen, Aufnahmen in einer unsymmetrisch fokussierenden Kamera vorzunehmen (1919–1920). Durch diese neue Arbeitsweise konnte eine Genauigkeit von ±0,01 Å erzielt werden. Auf eine andere Art versuchte 1921 Hull vorzudringen, nämlich durch Vermeiden der Fehler, die mit der Debye- Scherrer-Methode verbunden sind: er arbeitete in Riesenkameras mit einem Durchmesser von 40 cm und füllte das zu untersuchende Pulver in 1/2–2 mm dicke, dünnwandige Glasröhrchen, die dann in die Mitte der Kamera gestellt wurden. Der Fehler lag bei diesen Bestimmungen schon in der 3. Dezimale.

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References

  1. 1.
    Debye, P., u. P. Scherrer: Notiz, vorgelegt den 3. Dezember 1915 der damaligen Kgl. Ges. der Wissensch, zu Göttingen. Weiter: Physik. Z. 17, 277 (1916).Google Scholar
  2. 3.
    Näheres hierzu M. Straumanis: Ein Kampf um die Genauigkeit. Österr. Chem.-Ztg 43, 1 (1940).Google Scholar
  3. 1.
    Halla, F., u. H. Mark: Röntgenographische Untersuchung von Kristallen, S. 177. Leipzig: J.A.Barth 1937.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1940

Authors and Affiliations

  • M. Straumanis
    • 1
  • A. Ieviņš
    • 1
  1. 1.Universität Lettlands zu RigaLatvia

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