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Schiffs- und Tropenhygiene

Zusammenfassung

Im Altertum beherrschte die Küstenschiffahrt das Bild. Erst mit dem Zeitalter der Entdeckungen begannen die oft monatelangen Seefahrten. Infolge der primitiven Einrichtungen und des fast völligen Fehlens der Gesundheitspflege waren die Verluste von Menschenleben durch Seuchen, Avitaminosen u. a. auf diesen Überseeschiffen ungeheuer. Die meisten Opfer forderten Skorbut, Typhus, Fleckfieber, Ruhr, Gelbfieber und Malaria. Unter diesen Verhältnissen hatten Handels- und Kriegsschiffe gleichermaßen zu leiden. Beispielsweise verlor der englische Admiral Hosier von Juni bis Dezember 1726 in der Nähe der jetzigen Stadt Colon zweimal die Besatzung seiner Linienschiffe an Gelbfieber. Smollet berichtet, daß der englische Admiral Vernon im Mai/Juni 1741 von 15000 Mann 11000 wegen Gelbfieber und Skorbut in die englisch-westindischen Hospitäler ausschiffen mußte (R. Rüge). Ein sehr trauriges Kapitel bildet auch die sog. Branntweinpest, die durch den Mangel an brauchbarem Trinkwasser hervorgerufen wurde. Um das Wasser genießbar zu machen, erhielt die Besatzung etwa ¼ Liter Branntwein täglich. Da die Fleischrationen unsinnig hoch waren — es gab wöchentlich je Mann 6 Pfund Salzfleisch — verkauften die Mannschaften ihr Fleisch und setzten das erhaltene Geld in Schnaps um. Die Folgen lassen sich unschwer ausdenken. So rechnet doch Rouppe 1764 die Säuferepilepsie zu den dem Seefahrer eigentümlichen Krankheiten. Allmählich setzte sich eine Besserung der gesundheitlichen Verhältnisse durch, die Kranken erhielten zeitweise sogar eine gewisse Pflege. Meist war das Schiffslazarett allerdings das schlimmste und finsterste Loch an Bord.

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Schrifttum

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1936

Authors and Affiliations

  • H. Ruge
    • 1
  1. 1.KielDeutschland

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