Systematik der stabilen Atomkerne

  • J. Mattauch
  • S. Flügge

Zusammenfassung

Die Existenz stabiler Kerne ist an die Erfüllung einer Reihe von Regeln geknüpft, die wir im folgenden aufzählen wollen:
  1. 1.

    Die Schalenregel. Protonen und Neutronen bilden im Atomkern wegen des Kernspins 1/2 Zweierschalen. Lagert man daher an einen Kern, der nur abgeschlossene Schalen besitzt, also einen Kern mit gerader Protonen- und Neutronenzahl (g—g-Typ), etwa ein Neutron an, so ist dies unpaare Neutron lockerer gebunden als es dem Schalendurchschnitt entspricht. Ein zweites angelagertes Neutron wird wieder fester gebunden. Daher sind Kerne mit abgeschlossenen Schalen energetisch günstiger, d. h. fester gebunden als solche, die unabgeschlossene Schalen, d. h. ein unpaares Neutron (Z gerade, N ungerade, g-u-Typ) oder ein unpaares Proton (Z ungerade, N gerade, u—g-Typ) oder gar ein unpaares Neutron und Proton (Z ungerade, N ungerade, uu-Typ) enthalten. Von dieser Tatsache ist bereits bei der Konstruktion der Abb. 21 (S. 71) Gebrauch gemacht worden. Derselbe Zweierrhythmus prägt sich auch aus, wenn man in der gleichen Weise die Massendefekte der leichtesten Atomkerne gegen den Neutronenüberschuß NZ aufträgt, wie das in Abb. 26 geschehen ist. Diagramme dieser Art sind sehr nützlich, um mit einiger Genauigkeit die Massendefekte unbekannter Kerne zu interpolieren.

     
  2. 2.

    Die Isobarenregel. Als isobar bezeichnet man zwei Kerne der gleichen Massenzahl.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. in Berlin 1942

Authors and Affiliations

  • J. Mattauch
    • 1
  • S. Flügge
    • 1
  1. 1.Kaiser Wilhelm-Institutes für ChemieBerlin-DahlemGermany

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