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Haut und Sinnesorgane (Ästhesiologie)

  • Hermann Braus
  • Curt Elƶe

Zusammenfassung

Von alters her schreibt man dem Menschen fünf Sinne zu: Gesichts-, Gehörs-, Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn („Gefühl“). Die systematische Anatomie kennt und beschreibt entsprechend ein Sehorgan (Organon visus), Gehörorgan (Organon auditus), Geruchsorgan (Organon olfactus), Geschmacksorgan (Organon gustus) und als Tastorgan (Organon tactus) die Haut mit ihren Anhangsgebilden, Haaren, Nägeln, Drüsen (Integumentum commune). Neuerdings hat sie das Gehörorgan unterteilt in Gleichgewichts- und eigentliches Gehörorgan (Organon status et auditus). Die Zahl unserer Sinnesorgane ist damit aber nicht erschöpft. Abgesehen davon, daß die Haut eine ganze Reihe davon enthält, für Berührung, Druck, Schmerz, Wärme, Kälte, Spannung, finden sich Sinnesorgane in den Muskeln und Sehnen, im Periost, in den Wänden von Blutgefäßen und andernorts. Sie sind anatomisch gekennzeichnet als „sensible Nervenendigungen“, zumeist in Form besonderer Nervenendapparate, oder bei Seh-, Gehör-, Geruch -und Geschmacksorgan durch besondere Sinneszellen. Zu jedem Sinnesorgan gehören außer dem Nervenendapparat als integrierende Bestandteile eine Nervenleitung und das Centralnervensystem mit seinen Umschaltstellen und den efferenten Bahnen zur Muskulatur, sei es Skelet-, Herz-, glatte Muskulatur, oder zu Drüsen. Die ursprüngliche, eigentliche biologische Bedeutung der Sinnesorgane liegt nicht in bewußter Sinneswahrnehmung, sondern in der Auslösung von Reflexen.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1940

Authors and Affiliations

  • Hermann Braus
  • Curt Elƶe

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