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Wohlgerüche (Parfümerien)

  • Emil Drechsler

Zusammenfassung

Abgesehen von den ätherischen Ölen finden wir in den Blüten vieler Pflanzen Wohlgerüche, die zwar von wunderbarer Feinheit, aber auch so zart sind und von so geringer Menge, daß ihre Gewinnung auf dem Wege der Destillation einfach unmöglich ist. Das Haupterzeugungsland für diese Wohlgerüche ist Frankreich, das in der am Mittelmeer gelegenen Riviera den Anbau solcher köstlicher Blüten betreibt. Die Gewinnung der Wohlgerüche geschieht auf mittelbarem Wege dadurch, daß der Wohlgeruch der Blüten zunächst auf Fette übertragen wird; entweder werden peinlichst gereinigte, feste Fette, zumeist Hammeltalg, in Kästen aus gegossen, so daß sie den Boden bedecken, und die Kästen dann mit frischen Blüten gefüllt und zugedeckt (enfleurage-Verfahren); oder die Blüten werden in angewärmtes flüssiges Fett, zumeist feinstes Olivenöl gebracht; in beiden Fällen nehmen die Fette bald den Wohlgeruch vollständig in sich auf, die davon freien Blüten werden entfernt und frische Blüten mit dem Fette zusammen gebracht; dieses Verfahren wird so lange wiederholt, bis das Fett vollständig mit dem Wohlgeruche gesättigt ist. Diese Fette, die man corps durs bzw. huiles antiques nennt, kommen als solche in den Handel und werden vielfach zur Herstellung von Pomaden und Haarölen verwendet.

Copyright information

© Verlag von Julius Springer Berlin 1920

Authors and Affiliations

  • Emil Drechsler
    • 1
  1. 1.Drogisten≈Fachsschule vereidigter Sachverständiger bei dem Preuß, Landgerichte BreslauPolen

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