Sekretionsneurosen des Darmes

  • Adolf Schmidt

Zusammenfassung

Das Nervensystem spielt bei allen Erkrankungen des Magen- und Darmkanals mit hinein. Seine Abstimmung gibt dem Krankheitsbild eines gewisse Tönung, so daß Krankheiten, die wir nosologisch mit ein und demselben Namen belegen, sich unter sehr verschiedenem klinischen Bilde darstellen können, je nachdem wer ihr Träger ist und je nachdem wie das Nervensystem vom Darm, von anderen Organen oder von der Psyche aus beeinflußt wird. Wie bei anderen Krankheiten auch, prägt die Einstellung des Nervensystems, insbesondere der Reaktionsfähigkeit, bei leichteren Krankheiten dem Gesamtbild in viel höherem Maße den individuellen Stempel auf, als bei schweren Krankheitszuständen. Abnorme Erregbarkeit des intramuralen Reflexbogens, abnorme Erregungszustände des zentralen Empfangsorgans (abnorme Empfindungen), abnorm starke und abnorm schwache Reizwellen, die — irgendwo ausgelöst — durch sympathische und parasympathische Bahnen zur Darmwand hinziehen, können einerseits abnorme, auf den Darm projizierte Empfindungen, anderseits abnormes Verhalten der Darmmotilität und Darmsekretion zustande bringen. Wenn die Gesamtheit der krankhaften Zustände oder Vorgänge am Darm vom Nervensystem ausgelöst und unterhalten werden, so müssen wir von Darmneurosen sprechen, Unter ihnen pflegt man Krankheitsbilder, welche in Form rein subjektiver Beschwerden ohne objektive Störung der Darmtätigkeit sich uns vorstellen, als nervöse Dyspepsie abzusondern; sie gehören voll und ganz in das Gebiet der Psychopathien.

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Copyright information

© J. F. Bergmann 1921

Authors and Affiliations

  • Adolf Schmidt
    • 1
  1. 1.HalleDeutschland

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