Die Fabrikation der Waschmittel

  • C. Deite

Zusammenfassung

Bis zum 31. Juli 1916 durften die Seifenfabriken mit Erlaubnis des Kriegsausschusses für Öle und Fette ihre Vorräte an Ölen und Fetten nach Belieben verarbeiten. Von da an mußten die noch verbliebenen Bestände zur Verfügung des Kriegsausschusses gehalten werden. Infolge der sich immer mehr geltend machenden Knappheit an Fettstoffen sah sich dieser veranlaßt, für alle Fett verarbeitenden Industrien das Fett zu rationieren. Zunächst wurde verordnet, daß eine 20% Fettsäure enthaltende K.-A.-Seife als Feinseife für Körperpflege und ein 5% Fettsäure enthaltendes Seifenpulver zum Reinigen der Wäsche hergestellt wurden, wovon einer Person im Monat 50 g von ersterer und 250 g von letzterem zugebilligt wurden. Diese Menge verringerte sich vom Januar 1918 an auf 125 g Seifenpulver, während die 50 g Feinseife bestehen blieben. Vom Juli 1918 an verminderte sich der Fettgehalt der Seife auf 16%, der des Seifenpulvers auf 4,5%.

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Literature

  1. 1).
    Seifenfabrikant 1904, S. 370.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. über Verarbeitung durch Koliergang S. 89.Google Scholar
  3. 1).
    1919, S. 255. Geeignete Komprimierpressen sollen von der Firma F. Komnick in Elbing in mustergültiger Ausführung gebaut werden.Google Scholar
  4. 2).
    Von den Tonen ist der Kaolin der am wenigsten plastische, und doch dürfte er der geeignetste für die K.-A.-Seife sein, da er der reinste ist (vgl. S. 61).Google Scholar
  5. 1).
    Über das inländische Harz s. S. 51.Google Scholar
  6. 2).
    Über den wirklichen Grund zur Reduzierung des Sulfats s. weiter unten.Google Scholar
  7. 1).
    Vgl. darüber S. 77.Google Scholar
  8. 1).
    Seifenfabrikant 1918, S. 403.Google Scholar
  9. 1).
    Vgl darüber S. 15.Google Scholar
  10. 1).
    Seifens.-Ztg. 1916, S. 496. Wenn in den Ansätzen der Ton oder der Talk durch Bolus, Tripel oder Kieselgur ersetzt wird, so erhält man Vorschriften für gute Metallputzmittel, z. B. eine gute Silberputzseife.Google Scholar
  11. 2).
    Seifenfabrikant 1916, S. 442.Google Scholar
  12. 1).
    Seifens.-Ztg. 1916, S. 496.Google Scholar
  13. 1).
    Seifenfabrikant 1919, S. 231.Google Scholar
  14. 2).
    D. R. P. A. Nr. 27 950, 28 189 und 63 502.Google Scholar
  15. 1).
    Seifenfabrikant 1918, S. 265.Google Scholar
  16. 1).
    Seifenfabrikant 1916, S. 494.Google Scholar
  17. 2).
    Seifens.-Ztg. 1916, S. 441.Google Scholar
  18. 3).
    Seifens-Ztg. 1916, S. 496.Google Scholar
  19. 1).
    Seifens.-Ztg. 1916, S. 497.Google Scholar
  20. 2).
    Seifenfabrikant 1916, S. 495.Google Scholar
  21. 1).
    Seifens.-Ztg. 1916, S. 497.Google Scholar
  22. 1).
    Seifenfabrikant 1916, S. 495.Google Scholar
  23. 2).
    D. R. P. Nr. 300 524.Google Scholar
  24. 3).
    D.R. P. Nr. 310 266.Google Scholar
  25. 1).
    D. R. P. Nr. 308 235.Google Scholar
  26. 2).
    Der eigentümlich klingende Name ist mutmaßlich zusammengezogen aus „Sapo artificiahs“, zu deutsch also „Kunstseife“.Google Scholar
  27. 3).
    Chem.-techn. Wochenschr. 1917, S. 240.Google Scholar
  28. 1).
    Seifens.-Ztg. 1916, S. 255.Google Scholar
  29. 1).
    Seifens.-Ztg. a. a. O.Google Scholar
  30. 1).
    Seifens.-Ztg. 1917, S. 135.Google Scholar
  31. 2).
    Seifens.-Ztg. 1917, S. 861.Google Scholar
  32. 1).
    Unter „Wasserglaskomposition“ verstand man früher etwas anderes: es war ein mit Wasserglas stark verlängerter Kokosleim.Google Scholar
  33. 2).
    Seifens.-Ztg. 1917, S. 843.Google Scholar
  34. 3).
    Seifens.-Ztg. 1917, S. 977.Google Scholar
  35. 1).
    Seifens.-Ztg. 1917, S. 843.Google Scholar
  36. 2).
    Wie stark der Begehr nach Schmierseife ist, zeigt der Umstand, daß im „Frage- und Antwortkasten“ der Seifens.-Ztg. eine Vorschrift mitgeteilt wird, wie man aus Kernseife Schmierseife erhält: Man soll 100 T. Kernseife in einer Mischung aus 150T. Pottaschlösung von 12° Bé., 50 T. Wasserglas von 36/38° Bé., 4 T. Natronlauge von 38° Bé. und 100 T. Wasser umschmelzen.Google Scholar
  37. 1).
    Vgl. S. 56.Google Scholar
  38. 2).
    Mit kolloidalen Lösungen allein kann man den Waschprozeß nicht in ausreichender Weise durchführen. Daraus folgt, daß es verfehlt ist, die Waschwirkung der Seife ausschließlich aus ihren kolloidalen Eigenschaften zu erklären; nicht minder verfehlt ist es aber auch, die Waschwirkung ausschließlich auf das Emulsionsvermögen der Seifenlösungen zurückzuführen. Adsorbiert und emulgiert können nur solche Schmutzteile werden, die dem zu waschenden Gegenstand lose aufliegen, aber nicht solche, die ihm fest anhaften. Da ist zunächst eine Kraft erforderlich, die den Schmutz lockert. Hierbei wirkt vielleicht das hydrolytisch abgespaltene Alkali mit; jedenfalls ist aber seine Menge zu gering, als daß sie eine ausreichende Wirkung hervorbringen könnte. Die Hauptkraft, die hierbei in Wirksamkeit tritt, ist das große Benetzungsvermögen, das Seifenlösung für alle Körper besitzt und worin sie fast alle Flüssigkeiten übertrifft. Seifenwasser durch-dringt Zeuge, Gewebe usw. viel leichter und vollständiger als bloßes Wasser. Es verdrängt die an der Oberfläche verdichtete Luftschicht, schiebt sich durch Kapillarität zwischen der Oberfläche der zu reinigenden Gegenstände und den anhängenden Schmutzteilen ein und löst diese so los. Der losgelöste Schmutz wird dann teils durch Adsorption, teils durch Emulsionsbildung entfernt. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die mechanische Wirkung beim Waschprozeß: bei der Handwäsche das Reiben mit der Hand und bei der Maschinenwäsche die Wirkung, die durch die in der Waschtrommel hin- und hergeschleuderte Waschlauge ausgeübt wird. Auf die große Rolle, welche dem Benetzungsvermögen der Seifenlösungen beim Waschprozeß zukommt, ist zuerst von Knapp hingewiesen (Lehrbuch der chemischen Technologie, Bd. I, Abt. 2, S. 662, Braunschweig 1870), neuerdings wieder von Prof. J. Geppert (Deutsche medizinische Wochenschrift 1918, S. 1409). Seine Beobachtungen scheinen mir so beachtenswert, daß ich es mir nicht versagen kann, sie hier anzuführen: Die Benetzbarkeit eines Stoffes durch eine Flüssigkeit ist eine unmittelbare Folge der Adhäsion. Schichtet man in einem Reagenzglase Öl und Wasser übereinander, so schiebt sich stets das Wasser als stärker benetzende Flüssigkeit zwischen Glaswand und Öl. Der Wassermeniskus ist konkav. Dasselbe tritt ein, wenn Metallstreifen in die beiden Flüssigkeiten getaucht werden. Ist wirklich die größere Fähigkeit der Benetzung die Ursache der reinigenden Wirkung des Wassers, so muß eine dünne Ölschicht auf Glas vom Wasser abgelöst werden. Dies ist auch der Fall, wie folgende Versuche zeigen. Wird ein Deckglas, mit einer dünnen Fettschicht überzogen (das Fett kann zur bessern Sichtbarmachung mit Sudanrot gefärbt werden), auf Wasser geworfen, so zieht sich das Fett zu einer Kugel zusammen und gibt das Glas dem Wasser frei. Wird ein rechteckiger Filtrierpapierstreifen so mit Öl (gefärbt mit Sudanrot) getränkt, daß die Enden des Streifens frei bleiben, und das eine Ende ins Wasser gehängt, so kann man beobachten, wie das Wasser allmählich in die Ölschicht diffundiert, das Öl als Saum vor sich herschiebt und vom Papier loslöst. Eine mikroskopische Untersuchung zeigt, daß die vorher gleichmäßig rot gefärbte Ölschicht nunmehr tiefrote Ölkugeln, unregelmäßig über das ganze Bildfeld verteilt, enthält. Wird das Filtrierpapier ganz in Wasser getaucht, so fließen die Ölkugeln frei aus dem Papierfilz. Läßt man einen Tropfen Methylenblaulösung auf einen Ölfleck auf Filtrierpapier fallen, so nimmt das Papier die Farbe an und behält sie bei, auch nachdem das Öl mit Äther weggelöst worden ist. Geht man zu Versuchen mit Geweben über, so erhält man ganz entsprechende Ergebnisse. An lockeren Geweben wird viel Öl abgelöst; an einzelnen Fasern rollen sich die Ölscheiden im Wasser sofort zurück; dichtes Gewebe hält aber durch Kapillaranziehung viel Öl zurück. Daher kommt es, daß ein Ölfleck auf Leinen nicht völlig entfernt werden kann, trotzdem Öl nasses Leinen nicht benetzt. Mit Seifenlösung, auch neutral reagierender, ist die ablösende Wirkung viel durchgreifender. Einzelne Fäden werden vollkommen weiß; das rote Öl sondert sich vollständig als kleine Kugeln ab. Glatte Rohseide wird am ehesten entölt. Wollflanell hält Öl in den Poren zurück, gibt es aber beim Auspressen größtenteils ab. Die mechanische Bearbeitung der Stoffe mit Seife durch Einreiben auf dem Waschbrett beim Waschen hat ihren guten Grund. Das ausgepreßte Fett nimmt den gelockerten Schmutz mit sich und verteilt sich als feine Emulsion in der Seifenlösung. Die Emulgierung des Fettes ist nicht Ursache, sondern Folge der reinigenden Wirkung unserer Reinigungsmittel. Diese beruht nicht auf seiner Wirkung auf den Schmutz, sondern auf den Gegenstand. Der Gegenstand wird benetzt und infolgedessen der Schmutz abgelöst. Dte.Google Scholar
  39. 1).
    Das Verfahren ist zum Patent angemeldet (D. R. P. A. Nr. 21 658); wie man auf eine einfache, jedem Chemiker bekannte Reaktion ein Patent verlangen kann, ist uns nicht verständlich.Google Scholar
  40. 2).
    Seifens.-Ztg. 1918, S. 135.Google Scholar
  41. 3).
    Seifens.-Ztg. 1918, S. 154.Google Scholar
  42. 1).
    Seifens.-Ztg. 1917, S. 861.Google Scholar
  43. 2).
    Seifens.-Ztg. 1917, S. 100.Google Scholar
  44. 3).
    Seifens.-Ztg. 1918, S. 478.Google Scholar
  45. 4).
    Seifens.-Ztg. 1917, S. 135.Google Scholar
  46. 5).
    Die Wasserglasgelatine ist von unserem Mitarbeiter F. Eichbaum vor Jahren als Füllmittel für transparente Schmierseife empfohlen; vor ca. zwei Jahren ist eine Vorschrift für ein ganz ähnliches Produkt als „fettlose Waschschmierseife“ verschiedentlich angeboten.Google Scholar
  47. 1).
    Vorschriften für solche „fetthaltigen Bohrpasten“ sind: 1. 10 kg Talg werden mit ca. 10 kg Natronlauge von 20° Bé. unter Zusatz von 10 kg Wasser zu einem klaren Seifenleim verseift, der auf Stich abgerichtet wird. Dem Seifenleim werden noch 78 kg Pottaschlösung von 8° Bé. eingekrückt. Sollte die Paste nicht fest genug werden, so kann sie noch mit trockener kalz. Soda vorsichtig gehärtet werden. 2. 5 kg Knochenfett oder Talg werden mit 4 kg Natronlauge von 40° Bé. unter Zusatz von 40 kg Wasser verseift. Sodann werden 8 kg Wasserglas von 36–38°Bé. eingerührt und das Ganze schließlich durch Zusatz von Wasser auf 100 kg gebracht (Seifens.-Ztg. 1919, S. 684 u. 746).Google Scholar
  48. 1).
    Seifens.-Ztg. 1917, S. 920 u. 977.Google Scholar
  49. 1).
    Von den mitgeteilten yier Vorschriften entstammen die beiden ersten der Zeit vor dem Kriege, während die beiden andern der Seifens.-Ztg. 1918, S. 579, entnommen sind und vielleicht auch noch „Friedensware“ sind.Google Scholar
  50. 2).
    Die Vorschriften sind sämtlich dem Jahrgang 1919 der Seifens.-Ztg. entnommen.Google Scholar
  51. 1).
    Seifenfabrikant 1919, S. 481.Google Scholar
  52. 2).
    Seifenfabrikant 1919, S. 645.Google Scholar
  53. 2).
    Seifens.-Ztg. 1918, S. 619.Google Scholar
  54. 1).
    Seifens.-Ztg. 1919, S. 363.Google Scholar
  55. 2).
    Untersuchung der Kohlenwasserstoffe und Fette some der ihnen verwandten Stoffe, 5. Aufl., Berlin 1918, S. 632.Google Scholar
  56. 1).
    D. R. P. Nr. 283 923.Google Scholar
  57. 2).
    Seifens.-Ztg. 1918, S. 594.Google Scholar
  58. 3).
    Carrageen, irländisches Moos, Perlmoos ist kein Moos, sondern der laubartige Thallus zweier Meeresalgen, Chondrus crispus und Gigartina mamillaria, die an den felsigen Küsten Europas und Nordamerikas wachsen. Man sammelt die durch Springfluten an das Ufer geworfenen Algen oder zieht sie mit Rechen aus dem Wasser im Norden und Nordwesten Irlands, in geringerer Menge auch in Nordfrankreich; die Hauptmenge liefert die Grafschaft Plymouth an der Küste von Massachusetts. — Die frisch schwarzroten Algen werden durch wiederholtes Befeuchten und Trocknen an der Sonne gebleicht, dann in Fässern mit Wasser gerollt und noch einmal getrocknet. Die ursprünglich schlüpfrigen Massen sind dann steif, knorpelig und weißgelb.Google Scholar
  59. 1).
    Aus Pharm. Ztg. durch Seifens. Ztg.Google Scholar
  60. 2).
    D. R. P. Nr. 312 220.Google Scholar
  61. 3).
    Nach einer Mitteilung im Seifenfabrikant 1919, S. 456, ist es Magnesiumhydroxyd.Google Scholar
  62. 4).
    D. R. P. Nr. 308 609 u. 311 160.Google Scholar
  63. 1).
    Seifens.-Ztg. 1918, S. 369.Google Scholar
  64. 2).
    D. R. P. Nr. 311 542.Google Scholar
  65. 1).
    D. R. P. Nr. 239 828.Google Scholar
  66. 2).
    D. R. P. A. Nr. 44 418.Google Scholar
  67. 3).
    Die „laminarsauren Salze“ sind ohne Zweifel nichts weiter als eine Tangabkochung, und die besondere Bezeichnung ist wohl nur gewählt, um dem Verfahren einen wissenschaftlich klingenden Anstrich zu geben.Google Scholar
  68. 4).
    D. R. P. A. Nr. 316 210.Google Scholar
  69. 5).
    Schweiz. P. Nr. 77 250 und Nr. 81 566.Google Scholar
  70. 1).
    Neu ist die Verwendung von Knochen und anderen tierischen Abfallstoffen bei der Seifenfabrikation nicht; nur hat man früher nicht gewußt, daß die mit Alkalien behandelten Leim- und Eiweißstoffe Produkte ergeben, die reinigende Wirkung besitzen. Man hat die in Rede stehenden Abfallprodukte nur mit verarbeitet, um die Seife zu verbilligen. Der bekannte Technologe Fr. Knapp schreibt darüber in der 1847 erschienenen ersten Auflage seines Lehrbuches der chemischen Technologie, Bd. I, S. 370, folgendes: „Was die Seifen aus Knochen, welche im Durchschnitt aus 56–60% erdigen Teilen und 40–44% tierischer Materie bestehen, betrifft, so sind zwei Wege ihrer Bearbeitung bekannt geworden. Nach dem einen behandelt man die Knochen, die ganz bleiben können, mit konzentrierter Salzsäure, welche den phosphorsauren und kohlensauren Kalk auflöst, hingegen die tierische Gallerte als eine stark durchscheinende Masse, von der Gestalt der Knochen, zurückläßt. Sie werden durch wiederholtes Waschen von der Salzsäure vollkommen befreit und dann bei der Verseifung der Fette zugesetzt. Viel gewöhnlicher bedient man sich des anderen Weges, welcher ein unter dem Namen „LiverpoolerArmenseife“ jetzt häufig angebotenes Produkt von noch geringerem praktischen Werte als das vorige liefert. Der Unterschied hegt darin, daß der Seife die ganze Masse der Knochen und nicht bloß die Gallerte einverleibt wird. Zu dem Ende erweicht man die vorher zerschlagenen Knochen mit starker Ätzlauge in einem eisernen Gefäße. Die Wirkung ist die umgekehrte wie im vorherigen Falle: Die Lauge löst die Gallerte auf und läßt die erdigen Teile als ein Pulver zurück, so daß nach 14 Tagen bis 3 Wochen, in der Wärme noch schneller, die Knochen vollkommen mürbe und zerreiblich sind. Man läßt nun das fein geriebene Gemenge in dem Kessel sieden, um mit dieser ätzenden Flüssigkeit das Fett, z. B. das Kokosnußöl, gerade so zu verseifen, wie mit gewöhnlicher Lauge. Während des Siedens wird die Gallerte als Leim in der Flüssigkeit aufgelöst, zum Teil, unter Entwicklung von Ammoniak, zersetzt. Diese Zersetzung ist für den Wert des Knochensiedens vollkommen gleichgültig, weil es sich hierbei ganz allein darum handelt, einer gewöhnlichen, eigentlichen Seife soviel von einer Substanz (gleichviel ob und wie weit diese zersetzt wird), wie die Knochen oder deren Gallerte, zuzusetzen (einer Substanz, die beträchtlich wohlfeiler ist als die Fette), als tunlich ist, ohne daß die Seife aufhört, fest zu sein und bei dem Gebrauche gut zu schäumen. Eine solche Knochenseife zeigt nichts von dem, was man Kern und Fluß nennt, erscheint auf dem Schnitt von dunkelbrauner Farbe, aber nicht durchscheinend wie die Harzseife. Sie ist von einem höchst widerwärtigen, durchdringenden Leimgeruch, löst sich (bis auf die erdigen Teile) und zwar sehr leicht in heißem Wasser und schäumt gut. Wird aber eine solche Seife mit einer hinreichenden Menge von starkem Kochsalz versetzt, so wird nur die eigentliche Fettseife mit der gewöhnlichen Farbe abgeschieden, während alle leimigen Teile in der dunkelbraunen, gefärbten Unterlauge, teils gelöst, teils als flockiger Niederschlag zurückbleiben. l3s geht daraus hervor, daß man eine solche Seife nicht durch Aussalzen herstellen kann und warum sie am leichtesten aus Kokosnußöl erzeugt wird. Ganz in ähnlicher Weise hat man Patente auf die sogenannte Verseif ung von Eingeweiden der Schlachttiere und ähnlichen Abfällen überhaupt, z. B. Häuten, Sehnen, Klauen usw., genommen. Auch hat man wohlfeile Fische jeder Art als Material zu einer ähnlichen Seifensiederei angepriesen; bei diesen ist zu berücksichtigen, daß der natürliche Fettgehalt der Seife zugute kommt. Übrigens sind derartige Seifen sehr viel länger bekannt, als die darauf bezüglichen Patente, wodurch sie neuerdings in Anregung gebracht wurde; denn schon Hermbstädt erwähnt jener Seife aus Fischen und einer ähnlichen, aus abgängiger Scheerwolle.“Google Scholar
  71. 1).
    Seifens.-Ztg. 1915, S. 431.Google Scholar
  72. 2).
    D. R. P. A. Nr. 79 593.Google Scholar
  73. 1).
    D. R. P. Nr. 313 840.Google Scholar
  74. 2).
    Seifenfabrikant 1918, S. 74.Google Scholar
  75. 3).
    D. R. P. Nr. 311 218.Google Scholar
  76. 4).
    Traganth ist der aus verwundeten Stellen des Stammes und der Wurzel ausfließende, an der Luft getrocknete Saft verschiedener Astragalusarten, strauchartiger Papilionaceen, die in Kleinasien und Vorderasien heimisch sind. Die im Handel vorkommende Ware besteht aus geruch- und geschmacklosen, 1–5 cm langen, draht-, faden-, sichel- oder wurmförmigen, verschieden ineinander gewundenen, auch breiten, flachen, von verdickten, annähernd konzentrischen, halbkreisförmigen Striemen durchzogenen Stücken von milchweißer oder gelblichweißer Farbe und hornartiger Konsistenz. Traganth besteht aus sog. Bassorin, das sich im Wasser nicht löst, sondern darin nur gallertartig aufquillt, etwas Stärkemehl, Zellulose und Mineralbestandteilen.Google Scholar
  77. 1).
    D. R. P. Nr. 308 078.Google Scholar

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© Verlag von Julius Springer Berlin 1920

Authors and Affiliations

  • C. Deite

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